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Lorde – Melodrama

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Ella Yelich-O’Connor hat das Kunststück fertiggebracht, mit einem Qualitätswerk in den Pop-Olymp vorzustoßen. Neben dem ganzen eklig-vereinnahmenden, anstrengend-anbiedernden Hit-Mist einer Katy Perry oder Taylor Swift wird sich schwer erwachsen als Tochter einer in Neuseeland bekannten Dichterin.

Und so ging schnell die Pop-Ewigkeit von vier Jahren ins Land, bis Ella, der Welt bekannt als Lorde, sich imstande zeigte, ihr Nachfolgewerk vorzulegen.

Die für die Medien ein gefundenes Paparazzi-Fressen darstellende, tatsächliche Freundschaft zu Taylor Swift kann über die Hardfacts nicht hinwegtäuschen: Lorde ist eine der letzten verbliebenen Pop-Stars mit Gehalt; die ihre Songs selbst schreiben, die ein Klavier tatsächlich bedienen können, die ungeschminkt die Welt wahrnehmen, sie besingen, sich in ihr zeigen.

Keine Performerin, nein, eine echte Musikerin. Dazu kommt das sensationelle Alter von Lorde und perfekt ist der Medienhype. Mit 16, respektive 17, ein Album wie „Pure Heroin“ vorzulegen ist nichts anderes als außerordentlich.

Natürlich konnte es kein zweites, unschuldig leichtes und souverän hingeworfenes „Pure Heroin“ geben. Allein daran dürfte sie ein Jahr zu knabbern gehabt haben. „Melodrama“ ist die Anerkennung der Tatsache, dass sie ein Pop-Star ist, aber immer noch Lorde.

Gemeinsam mit Co-Writer Jack Antonoff, aka Bleachers und mal Gitarrist bei Fun., deckt Lorde auf „Melodrama“ wesentlich mehr emotionale Welten ab, kann Synthie-Beats genauso bombastisch wie karg, kann Streicher genauso dick aufgetragen wie zart unmerklich, und findet mit ihrem geliebten Piano doch immer wieder zu sich selbst.

„Melodrama“ ist mutig, weil es Pop-Appeal und Lordes künstlerischem Drang nach Qualität zu vereinen versteht. Und „Melodrama“ ist wieder ehrlich. Eine Zwanzigjährige hat die Weltweisheit nicht mit Löffeln gefressen, also weg mit allen großen Gesten und Aussagen, und her mit jungem Herzschmerz.

Die erste Liebe, oh wie tut ihr Ende weh, weh, weh. Lorde erinnert die Älteren herrlich eindringlich daran und gibt den frisch verwundeten ihrer Jahrgänge den passenden Soundtrack. Das ist alles ganz furchtbar kompliziert mit der Liebe, aber man kann ja trotzdem nicht anders.

„Melodrama“ hat keine Oberlehrer-Lösungen, „Melodrama“ hat nur die Selbsttherapie im Angebot. Und das ist das Wichtigste, was Pop kann. Auch wenn die Unbekümmertheit verflogen ist, steht da ein Pop-Star am Medien-Himmel, zu der jede Zwölfjährige aufblicken kann.

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