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Arcade Fire – Everything Now

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Ach, lassen wir die Vergangenheit doch einfach mal außen vor. Jeder selbsternannte Popmusikologe hat eine Meinung über das jüngste wichtige Beispiel einer Band, die sich vom Indie-Rock-Dasein zum absoluten Megastar-Status entwickelt hat und was ihrem Sound dabei passiert ist.

Dem Dreijahresrhythmus folgend sind Arcade Fire mit ihrem fünften Studioalbum zurück. Es hört auf den programmatischen Titel „Everything Now“. Das Montrealer Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne führt immer noch eine hippieske Truppe an, in der einem bunten Instrumententreiben gefrönt wird. Ansonsten aber haben die Arcade Fire aus dem Jahre 2017 kaum noch etwas mit denen von 2003 und ihrem Debütalbum „Funeral“ gemeinsam.

Was sich vor allem live manifestiert. Größer als in der Wuhlheide geht in Berlin Open Air nicht. Man kann also noch recht frisch (02.07.) hierzulande in Erinnerung haben, mit welch salbungsvollen Rock-Star-Posen aus dem Bono-Workshop für Frontmänner Win Butler mittlerweile auf seinen überdimensionierten Mega-Bühnen zu Werke geht.

Es bleibt etwas Seltsames an den heutigen Arcade Fire: Der Sound, den sie fabrizieren, ist gar nicht so gigantisch wie die Bühnen der Welt, die sie bespielen und wie jene Posen, welche vor allem Butler nicht müde wird einzunehmen.

Auch die Referenzen stehen in seltsamen Missklang zum Endprodukt. Thomas Bangalter von Daft Punk hat „Everything Now“ koproduziert, ebenso wie Pulp-Bassist Steve Mackey und Portishead-Mastermind Geoff Barrow, neben Markus Dravs, der – bis auf beim Debütalbum – immer mit dabei war.

Was für eine illustre Gemeinde! Nur kann sie auch nicht Abhilfe dessen schaffen, dass Arcade Fire immer mehr in eine kreative Sackgasse marschieren. Post-Disco war mal ein schmissiges Label für diese Montrealer. Es ist inhaltsleere Etikette geworden.

Im Grunde ist „Everything Now“ schlicht anschlussfähigster Pop im 21. Jahrhundert. Selbst 90-jährige Almbäuerinnen finden hier irgendwo Zugänge. Und wenn man Musik macht, die allen gefallen soll, so viel weiß auch noch die letzte Indie-Band, macht man sich halt angreifbar.

Zwar retten sich Arcade Fire mit einem schönen Finish auf „Everything Now“, weil „Electric Blue“, „Good God Damn“ und „Put Your Money On Me“ überzeugend reduzierten, funky Disco-Pop herausgrooven, aber bis dahin erlebt man zu viel bedeutungslosen Pathos, verpuffende Pop-Wucht und den Willen zum Hit, wie ihm schon so viele Musiker erlegen sind.

An Arcade Fires Sound ist zu viel gefällig und zu wenig genuin. Das ist schon länger so, aber auf „Everything Now“ steht dieses Selbstverständnis im Zenit.

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