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Dan Croll (Credit Communion)

Dan Croll – Emerging Adulthood

„Du brauchst diese Hookline, nach der muss jeder verrückt sein!“ Im „Song ohne Grund“ träumte Olli Schulz einst davon, einmal mit Paul Mc Cartney abzuhängen und von ihm Tipps für seine Songs zu kriegen.

Für Dan Croll aus Liverpool hat sich dieser Traum vor kurzem erfüllt. Der Singer-Songwriter traf den Beatle und ließ sich tatsächlich ein paar Ratschläge für gute Harmonien geben.

Mit seinem 2014 erschienenen Debüt hat er bereits sein Gespür für kurzweiligen Gitarrenpop unter Beweis gestellt. Nun legt er mit „Emerging Adulthood“ nach. Damit ist das gesellschaftliche Phänomen gemeint, dass die Jugend heute längere Zeit braucht, um erwachsen zu werden.

Auch Dan Croll wirkt auf seinem zweiten Werk ein wenig traumwandlerisch, beinahe sprunghaft. Aber das muss ja keineswegs schlecht sein: Während er mit dem kraftvollen „One Of Us“ straighten Indie-Rock spielt, und das Becken vom Drummer ordentlich scheppert, lässt er in „January“ den Drumcomputer blubbern, Synthesizer Fahrt aufnehmen und geht dann kaum merklich in das Falsett über.

Die Kopfstimme und die eingängigen Hooks von „Educate“ erinnern fast an Years & Years, im anschließenden „Sometimes When I´m Lonely“ schwelgt der 27-jährige hingegen in gemächlichen Dreampop, um für „24“ hingegen wieder das Tamburin auszupacken.

Insgesamt wirken die Stücke im Vergleich zum Vorgänger rougher wie auch reifer. Alle Stile passen, nichts erscheint erzwungen. Croll probiert sich aus, stibitzt, liebäugelt hin und wieder sogar mit ein wenig Lofi-Atmosphäre, doch diese eine wichtige Hookline, nach der wirklich jeder verrückt und süchtig wird, bleibt noch aus.

Bis „Away From Today“ ertönt, hier ist der Brite wirklich ganz nah dran am perfekten Popsong. Aber den kannten wir ja schon. Klar, der Kerl verfügt über Chartkompatibilität. Wenn er in den Hitlisten weiter oben platziert wäre, könnte man die Welt ein bisschen mehr verstehen.

Am Ende singt er über Tokyo. Via Facebook live verriet der Gitarrist, dass er davon träumt, in der Stadt einmal zu flanieren und zu performen. Vielleicht klappt es ja. Um aber jetzt schon big in Japan zu sein, bedarf es noch ein paar mehr dieser astreinen Hooklines. Das Zeug dazu hat Croll.

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