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Haim (Credit Laura Coulson)

HAIM – Something To Tell You

Die drei Schwestern Este, Danielle und Alana Haim veröffentlichen ihr lang erwartetes Nachfolgewerk „Something To Tell You“. Vor vier Jahren nahmen sie das Pop-Business im Sturm mit ihrem fulminanten Pop-Rock bestehend aus Soft-Rock, Indie-Rock, R’n’B und ganz viel 80’s-Pathos.

Es hat sich wohltuend wenig verändert auf dem Zweitwerk. Haim machten und machen simple Musik, die das Pop-Rad nicht neu erfindet, die aber eine Leichtigkeit und jugendliche Unbekümmertheit versprüht, die selig macht. Insofern wären Versuche der musikalischen Neuerfindung hier nicht überzeugend gewesen.

Sie mögen Musik machen, die grundsätzlich nicht jeden Tag danach schreit, gehört werden zu wollen – der Pop von Haim braucht die richtige sommerliche Unbeschwertheit -, aber das, was sie machen, machen sie einfach ziemlich gut.

Die Töchter eines ehemaligen israelischen Fußballprofis, der sich in Los Angeles niederließ und mit seiner Frau und den Töchtern kurzzeitig in einer gemeinsamen Band namens Rockinhaim spielte, sind quasi ab der Muttermilch mit Musik konfrontiert worden.

Dass sie alle drei multiinstrumental sind, dass sie einen familiären Zusammenhalt haben, der vielen anderen Bands abgeht, hört man der Musik Haims deutlich an.

Als Band sind sie übrigens eigentlich ein Quartett, aber Drummer Dash Hutton – nicht bloß live dabei – weigert sich, obwohl vollwertiges Mitglied der Band, auf Fotos, in Musikvideos und Promotion-Material aller Art in Erscheinung zu treten.

Er weiß warum: Haim sind ein Familiending. Daraus schöpft diese Popmusik über die üblichen Findungsprobleme der echten, wahren Liebe ihre Kraft. „Want You Back“, „Little Of Your Love“, „Kept Me Crying“ oder „Right Now“ strahlen durch ihre musikalische Gemeinschaftlichkeit besonders hell.

Danielle singt nicht einfach nur, Este bedient nicht einfach nur theatralisch den Bass und Alana nicht nur stoisch Gitarre oder Keyboards im Wechsel mit Danielle: Nein, jede ist notwendiger Teil der anderen, hilft aus, hält den Rücken frei, verstärkt den jeweiligen Einzelpart.

Erstaunlich wenig Unterschiede, Weiterentwicklungen und Veränderungen zum ersten Album mögen Kritiker nörgeln lassen, aber time is on Haim‘s side. Gelungen homogen bettet sich „Something To Tell You“ in den Sound des Debüts ein.

Von dem konnte man nach ein paar Durchläufen auch schnell die Schnauze voll haben, weil es einfach ziemlich simple Pop-Musik ist, umso lieber aber holte man das Album später und später hervor.

Genauso wird es mit „Something To Tell You“ wieder sein. Haim schreiben Popsongs, die bleiben. Nicht weil sie permanent funktionieren, sondern weil sie Beständigkeit und Ausdauer besitzen und immer mal wieder genau das Richtige sind.

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