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EMA – Exile In The Outer Ring – Bedrückende Randnotizen

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Erika M. Anderson hat es geahnt. „The Future`s Void“ war vor drei Jahren geprägt von der Sorge vor digitaler Meinungsbildung, Bots-Einflussnahme und Twitter-Befehlsketten.

Mittlerweile ist die Kacke richtig am Dampfen. Gerade in ihrem Heimatland. Was dort nicht in das urbane schwarze Loch aus Gentrifizierung und Kapitalismus eingesogen und durch die Leistungs-/Lifestyle-Zentrifuge der Megacities gejagt wird, fällt hinten runter.

EMA findet die Kraft, ihre Wut und Trauer darüber in ein musikalisches Statement zu kanalisieren. „Exile In The Other Ring“ ist geschrieben mit den Blick auf das gesellschaftliche Randgebiet, welches speziell der mittlere Westen der USA inzwischen repräsentiert. Von wo aus sich ein Gebräu aus Perspektivlosigkeit, Drogensumpf und Hass den Weg bis in höchste Ämter bahnte, und mit dem sie trotzdem empathisch verbunden bleibt.

Musikalisch nähert sich EMA dato wieder ihrem Debüt „Past Life Martyred Saints“. Opener „7 Years“ betritt initial die Bühne einer vernebelten Cocteau Twins 4AD Welt. Es wird mehr gehaucht als gesungen, je länger der Song, desto mehr wird an den Noise-Ketten gezerrt, desto deutlicher wird das latent Aggressive der Musik.

Durch den „Breathalyzer“ gejagt, einer Song-Drone, die eine Intensität entwickelt wie Anna Von Hausswolff Stücke – nur ohne Orgel, nimmt das Album Fahrt auf. Es bahnt sich den Weg durch satte Synthesizer, untersteuerte Bässe und schwere Gitarren, lebt ausgiebig LoFi und DIY-Affinitäten aus. „I Wanna Destroy“ wiederholt EMA mantrahaft. Dabei ist alles, was sie den Menschen ihrer Heimat sagen möchte „Don’t look down, look up“.

Dem Sing-A-Long vom Elektro-Folk-Stampfer „Always Bleed“, einem alten Gowns-Stück, steht das verfremdet vorgetragene „33 Nihilistic And Female“ gegenüber, alles löst sich schließlich in einem „Fire Water Air LSD“-Trip auf.

Thematisch passt es gut, dass „Blood And Chalk“ ursprünglich für den Soundtrack zu „#Horror“ gedacht war, die Themen der Platte stehen im Schulterschluss zur gruseligen Vorstellung einer gewaltdominierten Zweckgemeinschaft.

„Exile In The Other Ring“- ein überragendes Album, das frösteln lässt. Das  Spoken-Word Outro heißt „Where The Darkness Began“. Weiß das noch jemand?

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