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EMA – Past Life Martyred Saints

Erika M. Anderson, wofür bekanntlich (zumindest für alle Leser von MusikBlog) die Abkürzung EMA steht, kommt aus L.A. und ist wohl die Neuentdeckung des Jahres (und übrigens auch die zeitweise am meisten in Blogs besprochene Künstlerin, dem schließen wir uns gerne an). In Deutschland war sie bereits live beim Reeperbahn Festival im September zu sehen.

EMA’s Sound erinnert auf fantastische Art an die “Untergrund-Musik” der 1980er Jahre, was für so eine relativ junge Frau schon sehr erstaunlich ist. Das hört man auf “Past Life Martyred Saints”, das auf dem Berliner Label Souterrain Transmissions erschienen ist, besonders auf dem über sieben Minuten langen Opener “Grey Ship” sowie dem zweiten Song “California” (auf Souterrain Transmissions, die auch Zola Jesus und Marnie Stern unter Vertrag haben, wird mit seiner sehr interessanten Positionierung noch zu achten sein). Kennzeichen sind die verzerrten Gitarren mit deutlicher Referenz an die Einstürzenden Neubauten sowie die damals obligatorische Langsamkeit, die den Songs die typische Geheimnisumwitterung verleiht. Etwas, was heutzutage in der modernen Popmusik sehr rar geworden ist.

In den späteren Titeln des Albums wie “Coda”, “Breakfast” oder “Red Star” zeigt die frühere Frontfrau des Noise-Folk Duos Gowns, die übrigens in South Dakota aufgewachsen ist, auch leichte Folk-Bezüge, jedoch perfekt eingebettet in den sehr homogenen Sound. Sowohl stimmlich als auch textlich erinnert EMA manchmal ein bisschen an Lydia Lunch, die 80/90er Jahre Underground Ikone aus ebenfalls L.A. Zeilen wie “I don’t mind dyin” oder “I used to carry the gun” sowie die Posen auf einigen ihrer Fotos sollen wohl von einer gewissen “Toughness” der über 1,80 m Großen zeugen, in ihrer persönlichen Erscheinung wirkt EMA jedoch eher nett und sympathisch.

Zu EMA’s scheinbarem Faible für die Musik der 80er passt auch die separat veröffentliche Coverversion von Danzig”s “Soul On Fire” von seinem ersten, gleichnamigen Album von 1988 (übrigens eines der ersten Releases von Rick Rubin’s damals gerade neu gegründetem Label Def American, nach dem Split von Def Jam und seinem Partner Russell Simmons). Im Januar 2012 wird EMA’s Coverversion von Nirvana’s “Endless Nameless” auf Roughtrade erscheinen. “Endless Nameless” war der “hidden Track” auf “Nevermind” nach 10 Minuten Stille am Ende der Platte und nur auf den frühen Versionen des Albums enthalten. Auch dieses Cover passt perfekt zu EMA, cooler Feedback-Gitarren-Lärm mit kaum identifizierbarem Gesang.

Für diese Art Musik, das Wiederaufleben dieses Sounds in der Neuzeit, ihre Frisur, ihre tolle Ausstrahlung, ihre blau- bzw. rotfarbenen kurzen Hosen und noch vieles mehr muss man EMA einfach lieben.

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