Foo Fighters – Concrete And Gold – Episch, Gigantisch, Verzichtbar

Ein neues Foo Fighters Album steht im Regal. Es muss aufpassen, dass es beim aktuellen Überschuss an Veröffentlichungen von Bands, die zu Recht als die letzten Big Player des Rockbusiness bezeichnet werden, nicht hinten runter fällt.

Es kam einem nämlich noch nie weniger in den Sinn als bei ihrem neunten Studioalbum. Für „Echoes, Silence, Patience & Grace“ aus 2007 einigten sich die meisten darauf, dass es die unnötigste Foo-Fighters-Platte in einer Rockband-Diskographie darstellt, die ansonsten von solide bis brillant reicht.

„Congrete And Gold“ ist anders als „Echoes, Silence, Patience & Grace“ und trotzdem von der gleichen Kategorie, auf der „verzichtbar“ steht.

Dave Grohl, der Messias des kontemporären Alternative-Rock, von Geburt an adlig, als Schlagzeuger der Nirvanaschen-Dreifaltigkeit. Heute ist er der „Nicest Guy in Rock“, der auch mit gebrochenem Bein Shows spielt, die den Massen den Scheitel ziehen, wenn er „Best Of You“ ins Mikro brüllt.

Mit „Run“ hat er vorab einen großen Ohrwurm ins Rennen geschickt, der ein Versprechen gab, das die Platte nicht einhalten kann. Wenn schon alles auf dem gleichen Level ablaufen muss, warum dann nicht auf dem vom „Run“?

Die meisten Songs sind ähnlich opulent aufgeblasen, mit epischen Gitarrenwänden, nur ohne Durchschlagskraft. Viel Bombast und effekthascherisches Gekeife, auf das die Foo Fighters in diesem Ausmaß noch nie angewiesen waren. Und das Songwriting steht dem Classic- näher als dem Alternative-Rock.

Eventuell war mit Produzent Greg Kurstin, der ansonsten seine Brötchen mit Adele oder Pink verdient, nicht mehr zu erwarten. Andererseits hat er vermutlich nur umgesetzt, was Grohl vorschwebte: Gigantomie.

Die Band-Pause, die die Foo Fighters eigentlich einlegen wollten, war augenscheinlich viel zu kurz. Außer „Run“ gibt es keinen Song mit einer zündenden Idee, nur welche mit viel Rock-Klischees.

Manche werden sagen, Grohl & Co. gehören mit dieser gleichgeschalteten Platte (immerhin) zu den wenigen, die die Rock-Tradition am Leben halten.

Wir sagen: Scheiß auf die Tradition. Aufguss bleibt Aufguss und Foo Fighters, ihr könnt das viel besser.

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