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KiKu (Credit Everest Records)

Kiku feat. Blixa Bargeld And Black Cracker – Eng, Düster und Bang

Nach der beeindruckenden Erstauflage „Marcher Sur la Tête“ haben sich die Schweizer Crossover-Jazzer KiKu wieder Alternativ-Ikone Blixa Bargeld und den Rapper, Produzenten, Boiband Mitglied und Poeten Black Cracker zu einer zweiten Runde Hochkultur eingeladen.

Wie auf dem Vorgänger bildet auch dato das geschriebene Wort die Grundlage, die es zu vertonen galt. Der aktuellen Zusammenarbeit liegt ein Text des deutschen Autors Jean Paul zugrunde, ein Werk, welches dem Einstürzende Neubauten Sänger besonders am Herzen lag und auf dessen Vorschlag hin bearbeitet wurde.

Das Ergebnis ist tatsächlich „Eng, Düster und Bang“ geworden und kommt mit über einer Stunde auch auf die ihm gebührende Laufzeit.

Wieder funktioniert die Platte als ein Wechselspiel von Erzählung und Liedgut, die als Einheit eine „modulare Avantgarde-Maschine“, wie ihre Schöpfer Yannick Barman und Cyril Regamey sie bezeichnen, verlassen und nur in der Gesamtheit genossen ihre volle Wirkung entfalten kann.

Black Cracker läutet das Album ein und rappt sich, beständig Fahrt aufnehmend, durch „Zuneigung/Nightmare“ und ist im weiteren Verlauf überwiegend mit Spoken-Word Passagen präsent. Seine Lyrik stellt aktuelle Bezüge her, denn leider sind „Atomic Bomb“ und „Overkill“ gegenwärtiger denn je.

Blixa Bargeld interpretiert seinen Beitrag als Deutsch-Leistungskurs. Es ist ein Erlebnis, den Ausnahme-Rezensenten bei der Christus-Suche in den Zwischenwelten von „Ich Lag Einmal Vor Der Sonne Auf Einem Berge“ zu begleiten, oder ihm beim Erforschen der „Misstöne“ – ob geflüstert, gesungen oder mit seinem unnachahmlichen Schrei versetzt – zu folgen.

Der musikalische Rahmen, den die beiden Absolventen der Musikakademie Lausanne komponiert haben, reicht vom kühlen Jazz über gedämpfte Elektronica hin zu euphorischen Trompeten und donnernden Gitarrenriffs. Unter sakrale Klänge mischen sich üppig-groovende Beats, paart sich Leichtigkeit mit einer Dynamik, die jedem Konsumenten Freiheit für die Regiearbeit im Kopfkino lässt.

Gegen Ende stellen ihre Gäste im gemeinsamen Statement „Like This“ fest: „There is no god“. Irdisch, atmosphärisch dicht und faszinierend ist „Eng, Düster und Bang“. Ein  Nischenalbum der besonderen Momente.

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