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Tender – Modern Addiction

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Mit ihrem im Jahr 2015 gegründeten Duo-Projekt Tender wollen die beiden Londoner James Cullen und Dan Cobb der immer stumpfer pumpenden Elektro-Pop-Branche wieder etwas mehr Tiefgang verleihen.

Sphärische Synthie-Sounds, unaufdringliche Rhythmen und das wabernde 80s-Pop-Organ von Sänger und Multiinstrumentalist James Cullen sollen es richten. Allerdings kämpft man schon nach wenigen Minuten des Debütalbums „Modern Addiction“ mit einem Dämon namens Sekundenschlaf.

Die vorgegaukelten Emotionen, die eingepfercht in ein thematisches Liebe-über-alles-Konzept nur in eine Richtung schwimmen, verstopfen die Gehörgänge wie klebriger Kaugummi.

Das Kennenlernen, das Zusammenleben, das Trennen, die Nachverarbeitung: Jede Beziehungsabzweigung wird genommen und bis zum imaginären Jetzt-ist-aber-auch-mal-gut-Stoppschild verfolgt.

Da hilft auch eine in sich homogene Musiklandschaft nicht weiter, die sich neben den Lyric-Pfaden ausbreitet wie ein flauschiger Teppich in den Farben rot und rosa. Seichter Elektro-Pop mit einer Prise Indie schwebt über der Themse. Aber alles schläft.

Wenn es keinen Sinn ergibt einzelne Songs gesondert herauszupicken, dann ist das normalerweise ein Zeichen für strukturell wertvolle künstlerische Arbeit. Im Fall von „Modern Addiction“ hingegen sucht man händeringend nach dem einen oder anderen Ausreißer, der die immer schwerer werdenden Augenlider wieder nach oben zieht.

Doch es passiert nichts. Die Folge: Es wird Nacht. Und das am frühen Nachmittag. Kann nicht Sinn der Sache sein, oder?

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