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Beck – Colors

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Da ist es: Das Album, das schon seit Jahren, angeblich fertig, darauf wartet, Becks Melancholie-Image fortzufegen. Obwohl er als Schabernack treibender Rezitator der postmodernen Genrevielfalt vor langer Zeit eine Popmusikgröße wurde, kannte man Beck Hansen die letzten Jahrzehnte als schwermütigen Melancholiker.

So standen „Mutations“, „Sea Change“, „Modern Guilt“ und das letzte Album-Lebenszeichen von 2014, „Morning Phase“ im krassen musikalischen und emotionalen Gegensatz zu Becks großen, ironisch-spaßigen Pop-Potpourri-Entwürfen „Midnight Vultures“, „Guero“ oder „Mellow Gold“.

Die Varianz des Genre-Verquickers ist gähnend oft und beständig beschworen worden. Bei musikjournalistischen Artikeln über ihn dürfen die Schlagworte Vielfalt, Unberechenbarkeit, Pop-Mix und Multiinstrumentalist nicht fehlen. Ersparen wir uns hier die Standardisierungen und schauen werksimmanent auf „Colors“.

Tatsächlich versprühen die zehn Songs gute Laune in Kübeln, es geben sich Stadion-Stomper und zucker-leichte Sommerhits die Klinke in die Hand, zucken Beats wohlüberlegt und schwirren Panflöten in luftigen Songhöhen über klassischen Strophe-Refrain-Strukturen.

Es kommt, kurz gesagt, darauf an, von welcher Seite man Tausendsassa Beck aus betrachtet: Hat man den Indie-Maestro der Neunziger zum Maßstab, ist das neue Album hart, für viele zu hart, an der Grenze zum Radio-Kitsch. Glorifiziert man den Melancholiker Beck und seine herzzerreißend schonungslosen Trennungsalben „Mutations“ und „Sea Change“, wird man nicht wissen, was man mit all der positiven Energie und gute Laune soll.

Wer schnörkellosen, dennoch eigenständigen Pop einfach mal Pop sein lassen kann, wird nicht umhin kommen, auch in diesem Metier Beck Hansen den gebührenden Respekt zu zollen, den er längst verdient hat, und den er mit der Grammy-Auszeichnung, über die sich Kanye West so sinnlos künstlich aufregte, weil Beyoncé ihn nicht bekam, von Seiten der Musikindustrie inzwischen auch erfahren hat.

„Colors“, jedenfalls, ist ein erstmal schwerer Brocken für Beck-Anhänger. Es ist wenig, bis gar nicht ironisch-intellektuell, auch kaum Seelenschmerz zum Ausdruck bringend, und dann fehlen auch noch die für Beck sonst so programmatischen Samples.

„Colors“ ist aber ein ziemlich gutes mainstream-taugliches Pop-Album, nur von einem, von dem wir das fast gar nicht erwartet hätten. Womit Beck für sich selbst betrachtet mal wieder alles richtig gemacht haben dürfte.

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