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Courtney Barnett And Kurt Vile – Lotta Sea Lice

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Mit „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ gelang Courtney Barnett vor zwei Jahren ein kometenhafter Aufstieg im Indie-Rock. Ihre weibliche Kauzigkeit, die Tatsache, dass sie nicht hetero ist, und ihr genuines Songwriting ließen die junge Melbournerin sofort zu einem beliebten Anti-Hero im Indie-Bereich werden.

Das ging dann doch alles ganz schön fix, vom introvertierten Nobody zu umjubelten TV-Show-Auftritten bei Ellen DeGeneres und ausverkauften Mehrfachtourneen mit demselben ollen Album. Offen gab Barnett mehrfach zu Protokoll, dass sie einen ganz schönen Verarbeitungszeitraum in Anspruch nehmen wird, bevor da wieder Songs rauskommen aus ihr, mit denen sie es schafft, sich auf die Bühne zu stellen.

Der plötzliche Fame und das Zweitwerk. Ein Sensibelchen wie Courtney, auch wenn sie noch so kauzig und unaufgeregt daherkommen mag, hat daran mehr zu knabbern als selbstbewusstere Musikercharaktere.

Da kam der etablierte Mister Oberlässig genau richtig. Indie-Musiker im Rock kreuzen häufiger mal ihre Wege. Und Gott sei Dank fanden und finden sich der knorke, dauerverschlafene Kurt Vile aus Philadelphia und die jüngere Courtney Barnett aus Australien gegenseitig äußerst sympathisch.

„I cherish my intercontinental friendships“ heißt es nicht umsonst auf dem herrlich dahingeworfenen Duett-Album „Lotta Sea Lice“. Kurt hilft Courtney, die Sophomore-Album-Angst zu überwinden. Mit zwei Gitarren und einfach mal losjammen.

Kurt und Courtneys gemeinsames Album ist kein ewig ausgetüfteltes Konzeptalbum, die äußeren Bedingungen wie Zeitpläne und Lebensmittelpunkte würden dies ohnehin nicht zulassen. „Lotta Sea Lice“ ist ein Folk-Rock-Experiment. Gitarrengetrieben wuseln sich Melodieläufe und stapeln sich nonchalantes Storytelling.

Zum Beispiel, was jeder von beiden so macht, wenn beim Musizieren keine guten Einfälle sprudeln wollen. Beide Musikerkollegen sind in ihrer Persönlichkeit dermaßen unglamourös, dass ihre Songs klingen wie persönliche Briefe von schon ewig langjährigen Freunden, die nur leider sehr weit weg leben.

Das allein ist ja schon sympathisch genug, aber das famos-beseelte Gitarrenspiel beider, insbesondere bei „Fear Is Like A Forest“, „Over Everything“ und „Continental Breakfast“, trägt dieses Duett-Experiment über die Zeit.

Dass nicht ewig an allen Kleinigkeiten getüftelt wurde und einige Ton-Momente unperfekt sind, fällt somit überhaupt nicht ins Gewicht, ist vielmehr Sinn des Ganzen. Mal den Ball flach halten. Den Flow von ganz alleine kommen lassen, beim Drauflosspielen, beim Den-Kopf-abschalten. Kurt, Courtney und ihre Gitarren – nicht mehr, aber auch sowas von nicht weniger.

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