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Jessica Lea Mayfield – Sorry Is Gone – Monoton gegen die Gleichgültigkeit

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„I can speak to you in song“ singt Jessica Lea Mayfield im letzten Lied ihres neuen Albums. Da möchte eine endlich Tacheles singen, das kann nur spannend werden.

Auf „Sorry Is Gone“ nimmt uns die Gitarrenvirtuosin mit auf eine Reise von zerplatzten Hoffnungen, asozialen Ex-Freunden und einer Grundenttäuschung in globalem Ausmaße.

Das vierte Album der US-Amerikanerin beginnt mit verzerrten E-Gitarren und einer leicht verzerrt-klingenden Mayfield. In der klassischen Gitarrenrock-Nummer „Wish You Could See Me Now“ erklärt sie, dass sie jetzt ein gutes Mädchen sei – und sie jetzt niemand mehr wahrnimmt.

Bittersüß geht es mit dem Titeltrack „Sorry Is Gone“ weiter. Im Video fährt Jessica Lea Mayfield durch die Wüste der Freiheit entgegen. Schluss mit den ewigen Entschuldigungen singt sie fast schon gelangweilt. Die blondierten Haare, die recht durchsichtige Klamotte und der Kinderschmuck erinnern an die Göttin des Fuck Offs, Courtney Love.

Im Gegensatz zu der Hole-Frontfrau, die gerne lautstark ihre Meinung vertritt, wirkt Jessica Lea Mayfield distanziert bis resigniert. Es gehe in „Sorry Is Gone“ um das fehlende Einfühlungsvermögen ihres Partners, sagte Mayfield in einem Interview. Hoffentlich hat sie ihm das auch ins Gesicht gesagt – oder er versteht diesen Song. Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu kennen und zu benennen, hilft dem eigenen Wohlbefinden ungemein.

Große Gefühlsausbrüche übernehmen die Gitarren auf dem Album, besonders virtuos werden sie in „Meadow“ ausgespielt. Schwerfälliger und schwankender wird es in „Soaked Through“. Das Lied fängt mit einer solchen Soundwand an, die man sonst nur vom mittleren oder letzten Teil eines Songs kennt.

Die Musik drückt das aus, was Jessica Lea Mayfield ohne allzu großes Gefühl singt: Ich möchte dich verlassen, aber das ist gar nicht so einfach, da ich danach allein bin. Oder in den Worten der Musikerin: „My lonely hell is waiting for me“.

Richtig wütend kommt „Burn Me Out“ daher. Na ja, zumindest die Drums und die Gitarren. An den monotonen Gesang muss man sich echt gewöhnen, das merke ich von Track zu Track immer wieder. Einzig bei der Akustik-Ballade „Safe 2 Connect 2“ bringt die Endzwanzigerin etwas mehr Variation und ja, sogar auch einen Hauch von Gefühl, in ihre Stimme.

„Sorry Is Gone“ ist ein Album mit kraftvoller Musik und einer monoton klingenden Sängerin, die offensichtlich gerade lernt, für sich einzustehen – und die wenig mitfühlenden Menschen aus ihrem Umfeld zu verbannen. Mit Monotonie in der Stimme gegen die Gleichgültigkeit – das geht für mich nicht ganz auf.

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