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Loyle Carner (Credit Meg Firth)

Loyle Carner – Live im Astra, Berlin

Relaxt, warmherzig und sehr gelungen überraschte zu Beginn des Jahres Loyle Carner, bürgerlich Benjamin Gerard Coyle-Larner, aus London mit seinem Debütalbum „Yesterday’s Gone“.

Seinen einfühlsamen und gleichzeitig positiven Hip-Hop brachte er mit den gleichen Attributen, mit denen sein Album verortet wird, gestern Abend in Berlin vor ausverkauftem Haus auf die Astra-Bühne.

Woran es nichts zu rütteln gibt: nur 50 Minuten sind für ein Konzert dieser Größenordnung viel zu wenig. An und für sich ist das in Berlin gerne ein Kriterium für lautstarken Protest, mit anschließenden Entrüstungssturm in der digitalen Welt.

Dem kam Loyle Carner durch seine Warmherzigkeit zuvor. Die kleinen Geschichtchen zwischen den Tracks, die Songwidmungen für seine Mom, das offenherzige Erzählen über das zu frühe Ableben seines ihn geprägt habenden Musiker-Vaters: Rührend war das alles. Und dann auch noch mit positiver Hip-Hop-Energie konnotiert.

Loyle Carner rappte sich schon den Wolf, mit einem Fußball-Trikot seines Vaters als Talisman und Handtuchersatz, nur eben ein einziges, kurzes Debütalbum durch. Allein mit einem Kollegen und Laptop-Beats hätte der Abend freilich von mehr Live-Instrumentengebrauch profitiert, aber auch das fiel nicht ins Gewicht, sah man den sympathischen MC aus London nur lange genug zu bei seinem Berlin-Siegeszug.

Möglicherweise die größte Konzert-Crowd außerhalb seines Landes war das gestern für ihn. Entsprechend sparte Loyle Carner nicht mit Lobeshymnen über Berlin und Liebeserklärungen an das sehr junge Publikum.

Dass er in spätestens fünf Jahren hier leben wird, verbuchen wir mal als typisch-übertriebene Berlin-Lobhudelei – regelmäßige Konzertgänger der Hauptstadt können die Standardsätze, wie toll es hier sei und wie viel cooler als beim jeweiligen Musiker Zuhause es hier ist, schon auswendig mitsprechen, so oft wird der Berlin-Crowd Honig ums Maul geschmiert.

Aber der immer noch recht junge Loyle Carner meinte es absolut naiv-ernst. Da konnte man ihm und seinem sympathischen Charisma nichts übelnehmen, wie er da, gerührt vor Glück, als Zugabe ein Gedicht vortrug, weil er mehr als das schöne Debüt nicht im Live-Set hat.

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