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Mammut – Live in der Nochtwache, Hamburg

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Wer denkt, der Geysir wäre Islands Naturgewalt, hat Katrína Mogensen von Mammút noch nicht auf der Bühne erlebt.

Mangels Resonanz kurzfristig in den Keller verlegt, ist dieser zu Beginn rappelvoll. Broen aus Norwegen eröffnen den Abend. Blumen dominieren den ersten Eindruck, viele Stoffblumen. Dazu Masken, Neonbändel, normale Klamotten und eine Tuba. Der optische Eindruck fordert das Publikum mindestens genauso wie die sehr anspruchsvolle Musik.

Rhythmisch komplexer als so manche Jazzband, schräg, eingängig, experimentell. Der Gesang lieblich, jazzig, soulig, R’nB und Rap. Da ist alles dabei, und auch nichts. Eindrucksvoll, wie sie diese teilweise echt schwierigen Sounds in die Füße des Publikums kriegen.

Mammút. Erst die Band – alles ist normal. Katrína kommt dazu, vorbei mit normal. Ruhiger Start mit „Breathe Into Me“, sie windet sich schlangenartig. Hauchen statt Gesang. Ihr Blick aus tiefschwarz geschminkten Augen fixiert das Publikum, als würde sie gleich alle verhexen. Immer fließend in Bewegung, kein Muskel steht still.

Erstmal Tracks von der neuen Scheibe „Kinder Versions“, viel facettenreicher als die Aufnahme. Von Stück zu Stück ein intensiveres Spiel mit Variation der Tempi und Lautstärke.

Katrína’s Stimme beginnt zu dominieren ohne zu dominant zu sein. Der Mittelpunkt des Sounds. Spitze Schreie, Fauchen, Bellen, Kreischen, Krächzen. Töne durch Klopfen auf den Kehlkopf unterbrochen, durch Kopfschütteln am Mikro vorbei verzerrt. Immer wieder blitzt die Assoziation mit Björk durch den Kopf.

Die erste Ansage nach vier Songs krächzt sie, als wäre der Abend gleich zu Ende. Das preisgekrönte „Salt“ sorgt für kurze Entspannung, bis es zum Teppich ausartet. Langsam wird sie richtig wach, immer noch jeder Muskel in Bewegung. Ekstatischer, bedrohlicher und voll positiver Energie zugleich. Der ganze Körper wird zur Stimme. Trotz Schweiß in Strömen bleibt der schwarze Pelz zu.

Ása am Bass daneben der Kontrast. Nur in Socken auf der Bühne überragt sie Katrína um fast einen Kopf. Die Ruhe in Person, grinst sie wie ein nettes Schulmädchen von nebenan.

„Sorrow“ beginnt unendlich tief und endet im akkuraten Inferno. Arnar bearbeitet Gitarre und Effekte am Boden kniend. „Þau Svæfa“ stampft langsam aber hart vor sich hin, jaulende Gitarren weben einen dichten Teppich darüber.

Katrína und Arnar verausgaben sich im musikalischen und körperlichen Ringkampf. Als Katrína beim Cher Cover „Believe“ einen auf Diva macht, nimmt ihr das niemand mehr ab.

Die zweite Hälfte von „Kinder Version“ zwingt noch die letzte Energie aus dem Publikum. Jetzt sind alle platt, mit „We Tried Love“ geht es gesittet dem Ende zu.

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