Maarten Devoldere croont gerne. Und er raucht viel. Klar, beides hat er schon damals bei seiner Formation Balthazar gemacht. Richtig galant wurde es aber erst mit seinem Soloprojekt Warhaus.

Viele haben das Debüt mit Serge Gainsbourg assoziiert. Durchaus plausibel: Auch Devoldere flüstert lüstern und evoziert in seinen reduzierten Songs so eine gewisse Erotik.

Doch bei Warhaus findet man kein sanftes “Je t’aime”. Auch wenn der Debüttitel “We Fucked A Flame Into Being” einem Liebesroman entnommen war: Romantik wurde hier allenfalls angedeutet.

Das ist beim zweiten, selbstbetitelten Album nun anders. Die Songs sollen noch spontaner entstanden sein, Devoldere hat sie mit seiner Touring-Band aufgenommen. Die lässt ihn greifbarer erscheinen, lässt den Sound auch dank eleganter Streicher viel zärtlicher wirken (“No such high”).

Vor allem der letzte, beinahe balladesk ausgefallene Song “Fall In Love With Me” präsentiert den verraucht klingenden Belgier sensibel. Trotzdem gibt es davor Songs, die ähnlich unterkühlt wirken wie das Groß vom Debüt.

In “Bang Bang” schmachtet Devoldere wie ein junger Nick Cave, das groovig geschliffene “Mad World” ist wie prädestiniert für das Posen auf der Bühne, auf denen man den Songwriter nur in pechschwarzem Mantel oder eng anliegendem Hemd sieht.

Aber auf “Warhaus” bahnt sich nun mal auch die Erkenntnis an, dass es mehr Spaß macht, zusammen mit der Liebsten als alleine zu rauchen. Und mit der dann vielleicht sogar aufzuhören.

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