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Dillon – Kind

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Dominique Dillon de Byington, aka Dillon entwickelt die Stücke für ihr neues Album „Kind“ konsequent eingebettet zwischen dem zweiteiligen Titeltrack „Kind“.

Als Opener kommt er fragil daher, mehr gehaucht als gesungen. Die erste Stimme zu hören ist nicht von Dillon, sondern ihrem Gast Dirk von Lowtzow. Ihre Stimme dann wie gewohnt gedämpft, verschnupft, heißer, verletzlich, eindringlich. Auch reimt sie weiter in ihrem eigenen speziellen Rhythmus.

Zu Beginn klingt sie mindestens so schüchtern wie bei der ersten Vorstellung von „Kind“ in der Elbphilharmonie. Wie auf der Bühne stellen gezielt eingesetzte Blechbläser den düsteren Unterbau der ersten Stücke.

„Stem & Leaf“ spielt mit Konfusion und Abwechslung. „Shades Fade“ hebt die Bläser in latenten Bombast. Als Schlaflied für Dillon selbst geschrieben, zieht „Lullaby“ in eine ätherische Welt. Mit minimalistisch mehrschichtiger Percussion und Stille bringt einen ihr „Schlaf ein, Schlaf ein…“ ganz sicher um den Schlaf.

„Te Procuro“ und „The Present“ reißen ein tiefes Loch in den sich konsequent füllenden Sound. Mit dem iPhone aufgenommen, klingen sie fast wie aus den Dreißigern. Gerade „The Present“ entwickelt ohne jede Instrumentierung, mit Vogelzwitschern im Hintergrund, eine beklemmende Intensität.

Schlussendlich geht es um die Gedichte und ihre Stimme. Alles andere ist gezielt eingesetztes Trägermaterial.

Auf den folgenden Tracks verdichtet sich der Sound sukzessive. Elektronische Beats begleiten die Bläser und überlagern sie schlussendlich. „Contact Us“ und „Killing Time“ strotzen nur so vor Energie. Trotz Tanzbarkeit ist das Musik gewordene Poesie mit Tiefe. Keine Spur mehr von der vergangenen Schreib-Blockade.

Der zweite Teil von „Kind“ schließt die Platte ab. Ein exzessiver Tanztrack – pure, technoid treibende Elektronik trägt Dillon’s Stimme dominant zum Finale.

Auf den allerersten Blick ähnlich wie die beiden Vorgänger-Alben. Auf den zweiten Blick komplexer und reifer. „Kind“ ist Pop, aber zu tiefgehend, um durchgehend populär zu sein. Oberflächlich einfach zu hören, doch schwieriger zu verdauen. Mal sinnierend, mal zum Tanzen – Mit ihrer dritten Platte hat sich Dillon endgültig in ihrem eigenen Genre eingefunden.

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