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Melanie de Biasio – Live in der St. Matthäus Kirche, München

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Der Kirchenbau aus den 50ern ist eine ungewöhnliche Location. Klassische Kirchenbänke aus Holz, 24 große Kerzen auf dem Altar hinter den Musikern. Ein übergroßer Jesus am Kreuz hängt wie ein Damokles-Schwert über der Bühne. Spannende Akustik, jedes Geräusch vielfach durch Hall verstärkt.

Ein geflüstertes „Hallo“ von Melanie de Biasio zur Begrüßung. „Let Me Love You“ von der neuen Platte „Lilies“ in etwas anderer Interpretation, sehr zurückgehalten. Das Schlagzeug nur leise mit den Fingerspitzen gespielt. Gemeinsam mit Melanie’s flüsternd gehauchtem Gesang füllt der Klang den Raum schon vollständig.

Ein Fingerschnippen hallt explosiv durch die Kirche, Melanie beginnt richtig zu singen. Die emotional dichte Stimme im starken Kontrast zur sehr zierlichen Person, schlicht in schwarzen Leggings und weißer Bluse. Im Takt auf der Stelle laufend verkörpert sie die akustische Spannung persönlich. Der Übergang zu „Brother“ lückenlos überbrückt mit einem angespannten Dauerton. Alle halten die Luft an, niemand traut sich, zu klatschen. Es zeigt sich die Schwierigkeit des Raums, die Bässe kommen extrem stark. Alles wirkt etwas übersteuert.

Nach erster Ansage weiter mit „Your Freedom Is The End Of Me“. Statuesk steht sie unbeweglich. Bodenstrahler erzeugen eine intensive Dynamik mit geschickt arrangiertem Schattenspiel. Der Sound sehr laid back, aber doch fett. Alles getragen von subsonisch tiefen Bässen, das schwere Gebäude vibriert förmlich mit. Die Klangprobleme sind gelöst.

So herausfordernd die Akustik auch ist, die vier spielen jetzt gezielt damit. Den Refrain des uptempo Stücks „Gold Junkies“ flüstert die Belgierin nur. Den Titeltrack inszenieren sie im Spiel aus Pausen und Hall. Dazu windet sie sich im Sitzen, ein beschwörerisch anmutender Tanz, der keiner ist.

Die von de Biasio pointiert eingesetzte Querflöte macht den Sound sehr organisch. Die hellen und knackigen Töne des Schlagzeugs ragen aus dem Bass heraus. Diese Prägnanz verschiebt den Charakter mehr zum Jazz als zum Pop.

Nach nur einer Stunde schon das letzte Stück. Mitreißend strahlend erfreut sie sich gestikulierend an der Intensität der Bass-Drum. Singend krabbelt Melanie de Biasio fast hinein, sie scheint es nicht zu glauben.

Zugabe. Eine als Duett mit Gitarre vorgetragene Version von „I’m Gonna Leave You“.

Der ganze Körper in Ballett-artiger Spannung, von unten beleuchtet. Optisch mystische Ausstrahlung in sakraler Umgebung. Mit „The Flow“ beenden alle vier gemeinsam den Abend. Die stehenden Ovationen haben sie sich verdient.

Jazziger Pop? Poppiger Jazz? Beides, doch auch etwas ganz Eigenes.

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