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Sophia – Live im Karlstorbahnhof, Heidelberg

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Robin Proper-Sheppard bereitet in Etappen einen Schleier der Traurigkeit über dem Karlstorbahnhof aus: Auf schwere Depression folgt ein kleiner Lichtblick, folgt die Zerstörung, folgt Versöhnung.

„Death comes so slow/ When you’re waiting to be taken“, singt Proper-Sheppard in „So Slow“ an zweiter Stelle des Abends. Es ist eine dieser morbiden Zeilen, wegen derer man sich zwischendurch immer  wieder Sorgen musste um das Seelenheil des US-Amerikaners, der zwischenzeitlich in London und mittlerweile in Brüssel lebt.

Seit Sophias Debüt „Fixed Water“ vor 21 Jahren erschien, lassen diese Sätze noch immer erschaudern. Sheppard stellt den Song neben „I Left You“ und „Within Without“ und eröffnet damit das Konzert in den dunkelsten Farben.

Die diesigen Scheinwerfer und die schwarze Kleidung potenzieren die betrübte Stimmung. Fällt doch mal etwas Licht in sein Gesicht, erkennt man, wie viel Zeit vergangen sein muss, bis sich Sheppard dazu durchringen konnte, etwas Sonne in seinem Sound zu zulassen.

In Kombination mit seiner Epiphone Elitist Casino wirkt seine ganze Gestalt wie ein Johnny Cash des Indie, dessen Mitmusiker beinahe halb so alt sind wie er. Seit den Aufnahmen zur bis dato letzten Platte „As We Make Our Way (Unkown Harbours)“ von 2016 spielt Sheppard mit dieser jungen Besetzung und widmet dem Album dann auch die zweite Phase des Abends.

Es ist die Episode des Lichtblickes und eine der stärksten des Konzertes, die mit dem Übersong „Resisting“ beginnt und dem sonnigen „California“ nach nur drei Nummern viel zu früh wieder vorbei ist.

Die Platte hat in diesem Jahr eine Live-Veröffentlichung an die Seite bekommen, auf der neben den eigentlichen Songs auch alte Stücke in neuem Gewand zu hören sind.

Die bestimmen schließlich Phase drei und kommen überwiegend vom 2004er Durchbruchsalbum „People Are Like Seasons“. „Oh My Love“ oder „Desert Song No.2“ haben jetzt einen deutlich raueren Klang als früher. „Fucking noisy, isn’t it?“, fragt Sheppard und würdigt seine jungen Mitstreiter, die diesen Sound erst ermöglicht hätten: „They’re taking it to the next level“.

Gitarrist Adam Franklin, der zu Beginn des Abends genau wie seine Mitstreiter noch reglos und in sich gekehrt seine Arbeit macht, zuckt plötzlich mit jeder Noise-Attacke etwas heftiger am rechten Bühnenrand unkontrolliert in alle Richtungen. Die Band, von Beginn an sehr laut, geht hier dann an die Pegel-Schmerzgrenze – und ein bisschen darüber hinaus.

Geradezu wohltuend fällt dagegen „It’s So Easy To Be Lonely“ zum Ende des offiziellen Sets aus. Erneut ist es einer der Songs von „As We Make Our Way (Unknown Harbour)“, der besonders hervorsticht. Die etwas optimistischere Ausrichtung des Sophia-Sounds funktioniert offensichtlich auch live ein bisschen besser als die zu Tode betrübten Anfänge der Karriere.

Ein Narr, wer nun glaubt, man würde himmelhochjauchzend in die Zugaben gehen. Sophia beenden die Show mit „If Only“ abermals melancholisch, aber mit dieser wohligen Versöhnung in der Stimme, so dass man guten Gewissens nach Hause fahren kann, ohne einen Therapeuten zu konsultieren – weder für sich noch für die Band.

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