Massive Attack haben heute zusammen mit Tom Waits ihre neue Single „Boots On The Ground“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Am 31. Juli erscheint der Song außerdem auf 12″-Vinyl, dessen gesamter Erlös der American Civil Liberties Union und dem US Immigrant Defense Project zugute kommt.
Fünf Jahre Pause, ein neues Label, ein neuer Song – und Tom Waits. Man könnte meinen, Massive Attack hätten die Messlatte für Comebacks gerade neu definiert.
Mit „Boots On The Ground“ melden sie sich erstmals seit 2020 zurück, diesmal auf dem Label Play It Again Sam – und mit niemand Geringerem als Tom Waits an der Seite.
Die Timing-Frage erübrigt sich fast von selbst. Die Single erscheint im Nachklang der „No Kings“-Proteste und der Anti-ICE-Demonstrationen – laut Berichterstattung die größten öffentlichen Proteste in der US-amerikanischen Geschichte.
Gerichtet waren diese gegen Razzien der Einwanderungsbehörde, gegen die Militarisierung innerer Sicherheitskräfte, gegen autoritäre und rassistische Staatstendenzen.
Massive Attack kommentieren es so: „In der gesamten westlichen Hemisphäre verschmelzen staatlicher Autoritarismus und die Militarisierung der Polizei erneut mit neofaschistischer Politik.“
Tom Waits seinerseits gibt sich lakonisch-philosophisch: „Das Chaos der Menschheit ist ein Festmahl für die Fliegen“ – was in seiner morbiden Eleganz eigentlich alles sagt, was gesagt werden muss.
Noch dazu fungiert „Boots On The Ground“ als Auftakt für weitere geplante Veröffentlichungen. Diese werden, zum ersten Mal in der Bandgeschichte, nicht auf Spotify zu finden sein. Andere bekannte Streamingdienste sind dabei, der schwedische Marktführer aber nicht. Eine kleine, aber deutliche Geste.
Zum Song gibt es ein Video, das in seiner ruhigen, fast meditativen Bildsprache umso schwerer wiegt. Entstanden in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Fotokünstler Thefinaleye, zeigt die Montage eindringliche, schmerzhafte und zutiefst traurige Aufnahmen – in bewusst ruhiger Abfolge, damit jedes einzelne Bild seine volle Wirkung entfalten kann.
Zu sehen sind Momente einer Epoche, die noch keinen Namen hat: von den Ermordungen Breonna Taylors und George Floyds bis zu Polizeieinsätzen in Minnesota. Am Ende des Videos werden die Opfer der ICE-Razzien namentlich genannt.
Ein stilles, würdevolles Tribute, dem weitere Statistiken folgen, die das erschreckende Ausmaß der aktuellen Lage in den USA in Zahlen fassen.
