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Donots – Lauter als Bomben

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Wie oft haben sich die Donots in ihrem über 20-jährigen Bestehen nun schon neu erfunden? Nach ihren spröde-ruppigen Anfangszeiten wollten sie 2001 wissen: „Whatever Happend The 80s“. Nach Twisted Sister Cover durfte dann Vorzeigeproduzent und ehemaliger Blackmail-Gitarrist Kurt Ebelhäuser Bandsound und Songwriting auf links ziehen.

„Coma Chameleon“ geriet für Donots-Verhältnisse dann auch beinahe sperrig, zeigte aber eine Band, die nicht nur hörbar gereift, sondern fortan noch mehr der steten Veränderung verpflichtet schien. Ihre Vision von Punkrock erstreckte sich auf Folgealben wie „Long Way Home“ und „Wake The Dogs“ bis in Folkrock und Postpunk-Gefilde.

Eine weitere drastische Veränderung trauten sich die Westfalen mit dem bis dato letzten Album „Karacho“ aus 2015: Zum ersten Mal sang Frontmann Ingo Knollmann auf Deutsch und riskierte damit einen weiteren Neustart, der sich, wie man heute weiß, auszahlen sollte. In Sachen Modifikation hatten sie den Toten Hosen da schon so viel voraus, dass das grässliche Stigma „Deutschrock“ erst gar keine Chance hatte.

Mit dieser Vorgeschichte ist „Lauter Als Bomben“ eine kleine Enttäuschung, und das obwohl Kurt Ebelhäuser wieder an den Reglern saß. Das elfte Album setzt nämlich da an, wo „Karacho“ aufhört und verzichtet auf eine weitere Verwandlung, und somit auf den nächsten Überraschungseffekt.

Zurück bei ihrer Kernkompetenz Punkrock spielt sich das Quintett durch 13 solide, meist treibende Songs, in denen die Brüder Knollmann nicht mit chorus-fähigen Groupshouts geizen. Markante Ausbrüche beschränken sich dabei auf das synthetisch fragwürdige „Rauschen (Auf jeder Frequenz)“ und den Gastbeitrag von Turbostaat-Sänger Jan Windmeier in „Gegenwindsurfen“.

Man hinterfragt automatisch irgendwann, warum eigentlich poppiger Skate-Punk in englischer Sprache stabiler die Kurve kratzt. Gefühlt jedenfalls. Da hat wohl die High-School-Party die Mattscheibe nicht nur verblendet, sondern stets auch die eigene Mittelstufen-Fete degradiert.

Das kann man den Donots nun schlecht vorwerfen, und außerdem: Ihre Texte haben Haltung und das Potenzial, jedem ziellosen Jungspund eine Art Wegweiser zu sein, auch wenn man Tiefschürfendes zur zerrütteten gesellschaftspolitischen Lage besser bei Kettcar oder Love A sucht. „Wir gehen gemeinsam, und wenn’s sein muss, vor die Hunde“.

Dass sich die Songs dennoch gerade live hervorragend in ihr Set integrieren werden, bedarf keiner ausschweifenden Fantasie. Und jeder Teenager, der statt den Onkelz die Donots hört,  ist ein Verdienst der Punk-Band am Allgemeinwohl.

Musikalisch bleiben die Ibbenbürener mit „Lauter als Bomben“ aber zu adoleszent und handwerklich spannungsarm. Fast so, als hätte selbst Kurt Ebelhäuser vergessen, was er der Band mal beigebracht hat.

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