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Leyya – Sauna

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Falco, Bilderbuch, Wanda und Sachertorte – vielleicht muss die Liste der künstlerischen und kulinarischen Annehmlichkeiten, die Menschen mit Wien verbinden, bald um einen Punkt erweitert werden: Leyya.

„Sauna“ ist der Titel des zweiten Longplayers der zwei Wahl-Wiener. Auf dem Cover sind zwei gemalte Köpfe mit geöffneten Mündern im Profil zusehen. Ja, es könnten die beiden Leyya-Mitglieder Sophie Lindinger und Marco Kleebauer sein. Sie prangen auf bzw. über einem Regenbogen.

Sauna plus Regenbogen – da könnte man auf eine housige Dance-Platte tippen. Getanzt werden kann zu der Musik von Leyya gut, die Songs klingen aber eher nach beschwingtem und experimentierfreudigem Electro-Pop als nach Gay Club-House.

Direkt im Opener „Sauna“ hört man eine US-amerikanische Sprecherin das Duo vorstellen: „…today we are listening to a Vienna-based band: Leyya. They are bringing some instruments from across the world. (…) there is some sitar earlier in that song. It`s just a crazy,  it`s a cool vibe“.

„Lazy“ hat die Gute vielleicht noch vergessen, Tracks wie „Candy“ oder „Oh Wow“ sind entspannte Nummern. Bei „Drumsolo“ habe ich mich ein wenig an Moloko und ihre Trip-Hop-Hymnen wie „Pure Pleausure Seeker“ erinnert gefühlt, besonders als die Bläser einsetzen. Die Stimme von Sophie ist allerdings deutlich zahmer als die von Róisín Murphy.

Sophie singt auf Englisch, den österreichischen Akzent hört man aber trotzdem durch, was der Platte gut steht. Im Video zu „Drumsolo“ sitzt ein Drum-Monster hinter dem Schlagzeug. Wie im Abspann verraten wird, ist es Marco, der in dem Ganzkörperkostüm steckt, das aus Stoff- oder Lederfransen besteht. Er könnte der große Bruder von Rumpel aus der Tonne aus der Sesamstraße sein.

Nicht nur Bilderbuch punkten mit Wortwitz –  Leyya beweisen in ihren Videos Witz – und ein gutes Auge für schöne Szenenbilder. Den Regenbogen vom Cover habe ich wiederentdecken können: Sophie trägt ihn im „Drumsolo“-Video als Lidschatten.

Ein heimlicher (?) Hit,der Indie-Hörer*innen aus dem Radio und dem Club schon bekannt sein dürfte, hat sich auf „Sauna“ bereits herauskristallisiert: „Zoo“. Im Video dazu sitzt das Duo in einem tropisch anmutendem Umfeld und schwitzt. Marco sitzt links und bewegt die Lippen in bester Playback-Manier zu Sophies Gesang. Sie sitzt daneben, schaut ernst bis gequält in die Kamera und spielt später noch ein Saxophon. Inhaltlich geht es in dem eingängigen Electro-Popsong um Liebe und die Lästereien der Freunde, denen man besser nicht glauben sollte.

„Sauna“ ist eine gut produzierte Platte, die man im Schwimmbad, auf großer Reise oder auch beim Sachertorte verspeisen gut hören kann.

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