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Nils Frahm – Live in der Philharmonie, Köln

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Die Zeiten, in denen Nils Frahm sich ausschließlich auf sein Klavier verlassen hat, sind vorbei. Das hört man nicht nur auf der diese Woche erschienenen Platte „All Melody“, sondern bekommt es in der Philharmonie Köln eindrucksvoll vor Augen geführt.

Der Wahl-Berliner, der seine Soundtüfteleien mittlerweile dauerhaft im renommierten Funkhaus Berlin auslebt, hat allerhand mitgebracht. Während man sich vor der Show fragte, was das bloß alles sein kann, wünscht man sich nach dem Konzert ein Tutorial. Denn das, was Nils Frahm da macht, gleicht Zauberei.

Lautlos bewegt er sich zwischen seinen selbst erschaffenen Equipment-Welten. Insgesamt acht verschiedene Klaviaturen kann das aufmerksame Auge auf der Bühne zählen. Der majestätische, schwarze Flügel spielt dabei nur die Nebenrolle. Das muss man sich auch erst mal trauen. Was genau Frahm da macht, wenn er hektisch Knöpfen drückt, an Reglern dreht oder Tasten mit Klebeband festklebt, bleibt allerdings ein Rätsel.

„Ich habe die unsägliche Aufgabe, hier zwischen den Songs Ansagen zu machen. Allerdings bin ich ganz aufgeregt, weil die Tour gerade erst losgegangen ist und ich hier immer ganz viele Knöpfchen drücken muss und Multitasking ist nicht so mein Ding. Deswegen wär’s eigentlich am Besten, wenn der Applaus einfach immer ganz lange dauert und erst aufhört, wenn ich alles eingestellt habe.“, erklärt der schüchterne Frahm sympathisch.

Gesagt, getan. Das Publikum applaudiert nach jedem Stück unermüdlich, bis der Klangkünstler per Kopfnicken in die Menge signalisiert, dass jetzt alles bereit ist.

Das musikalische Spektrum pendelt im Laufe des Konzerts immer wieder zwischen andächtiger Kammermusik und tanzbaren Elektro-Beats. In solchen Momenten wirkt es leicht seltsam, dass Frahm sich auf der Bühne als einziger mit zuckenden Bewegungen auch körperlich auf die Musik einlässt, während der Rest des Publikums brav auf seinen Plätzen sitzt und maximal den Kopf bewegt.

Dass Frahms Expertise das plumpe Knöpfchendrehen bei Weitem überschreitet, beweist er am Abend in der Philharmonie nachdrücklich. Immer wieder verfeinert der Berliner seine übereinander geschichteten Klangwelten mit süßen Klaviermelodien und macht dem Namen seines aktuellen Albums alle Ehre.

Zur Zugabe bearbeitet er den großen Flügel auf eher unkonventionelle Weise und entlockt dessem Inneren einen komplexen Beat, indem er mit zwei Schlegeln immer abwechselnd auf die Saiten und die verschiedenen Holzteile schlägt.

Die Zugabe ist einer der wenigen Momente, in der das konstante Dämmerlicht kurz erhellt wird. Sowieso hat die komplette Produktion im Gegensatz zur Musik eher Minimalismus als Prinzip. Spärliche Scheinwerfer, die hier und da mal im Takt der Musik pulsieren. Obwohl Frahms Musik an sich ausdrucksstark genug ist, wäre da doch durchaus Potential für etwas Spannenderes gewesen.

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