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Acht Eimer Hühnerherzen – Acht Eimer Hühnerherzen

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Namen sind so eine Sache in der aktuellen deutschen Musikszene. Entweder belanglos verklärend, Ausgeburt irgendeines Witzes, den ein Poetry-Slammer mal auf einer Bühne in Berlin gerissen hat, oder leicht verstörend, aber dafür wenigstens anders. Acht Eimer Hühnerherzen kommen aus Berlin, und sind trotzdem letzteres.

Mit ihrem gleichnamigen Debütalbum soll dann auch gleich der Sound zum Namen definiert werden. Irgendwas mit Punk steht drauf. Irgendwas mit Punk ist drin.

Gepaart mit der Unruhe des Ska, den man im Album vielleicht nicht hören, aber ziemlich deutlich spüren kann, wird in Tracks wie „Eisenhüttenstadt“ die Alltagsrebellion vertont. Was dann eher nach Aufruhr in der Kleinstadt klingt, hat angenehm wenig vom neumodernen Berliner Selbstverständnis einer Band, die weltmännisch drauf ist und gleichzeitig ironisch mit jedem abrechnet, der was Ähnliches macht.

Unruhe ist sowieso das Thema dieses Albums, in dem sogar das „Intro“ nicht drauf warten kann, zu Ende zu gehen. „Ihr könnt ja schon mal ohne mich anfangen“, wird da hingerotzt und innerhalb von wenigen Sekunden zum ersten unscheinbaren Closer eines Live-Sets. Nichts mit Atmosphäre, nichts mit Einleitung.

Musikalisch wäre Punk zu wenig gesagt. Lieder wie „Mittelmaß“ bringen eine Gitarre mit, die eher nach küstennahem Indie-Rock klingt, während der Bass auf anderen Liedern in unverkennbarer Rock-Manier den Rhythmus und die Stimmung angibt.

Lo-Fi-Punk könnte man sagen, wenn es das gäbe, wäre dann aber wahrscheinlich auch falsch. Dafür ist doch zu viel drin. Auch textlich. Von der melodischen Rezitation der örtlichen Eisdielenspeisekarte bis hin zu Vergleichen des Gemüts mit Gummi und Styropor bietet „Acht Eimer Hühnerherzen“ alles, was man nicht erwartet.

Irgendwas fehlt trotzdem. Denn obwohl die Texte teils unterhaltsam sind und die musikalische Leistung an Stellen (z.B. „Nummer Neun“) sogar nachhaltig beeindruckt, liefert das Album nicht viele Gründe dafür ab, den Namen der Band nicht recht schnell wieder zu vergessen.

Die anfänglich betonten Unterschiede zu anderen Bands, die irgendwie Deutsch-Pop oder -Punk machen, bestehen zum großen Teil zwar immer noch. Die teils sehr ironischen Texte, versteckt hinter empörter Stimme, ähneln denen der Konkurrenz aber doch, was auf den ersten Blick nicht direkt auffällt.

Andere tragen die selbstreflektierte Kritik am gesellschaftlichen Zusammenleben, am technischen Fort-/Rückschritt und an zwischenmenschlichen Beziehungen im 21. Jahrhundert inhaltlich ähnlich vor, nur eben in anderem Ton.

Wo Von Wegen Lisbeth und Konsorten immerzu zwischen Gleichgültigkeit und Opferrolle pendeln, gehen Acht Eimer Hühnerherzen wirklich noch mit Punk-Attitüde zu Werke. Und eigentlich ist das schon Grund genug, „Acht Eimer Hühnerherzen“ jedenfalls eine Chance zu geben. Ehrlich ist’s.

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