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Preoccupations – New Material – Gigantische Menschlichkeit

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Retro-futuristischer Sound, Post-Punk in perfekter Symbiose mit Industrial-Shoegaze. So kennt man Preoccupations aus Kanada, die nach ihren zwei – Bandnamenswechsel sei Dank – selbstbetitelten Alben „Viet Cong“ und „Preoccupations“ mit dem Drittwerk „New Material“ neues Material raus bringen.

Ein Jahr nach Blade Runner 2049 scheint die Welt bereit für ein weiteres Album der Band, die Soundlandschaften kreiert, den Hörer in andere Welten transportiert und Explosionen im stummen Universum eine Geräuschkulisse verpasst. Aber sind Preoccupations selbst bereit dafür, in ihre eigenen, zweifach festgestampften, Fußstapfen zu treten?

Schon „Espionage“ lässt die Gitarre und den tiefen, unaufhaltbaren Bass durch die multidimensionalen Industriehallen rasen, die das Album-Cover zieren. Der Synthesizer gibt dem Ganzen die extraterrestrische Eleganz, die manchen vielleicht zu kitschig ist, definitiv aber für die angebrachte Stimmung sorgt. Sci-Fi-Western kann man das nennen, sich dabei einen etwas zu authentisch tabak-kauenden Cowboy vorstellen, der seine besporten Stiefel lässig in ein verstaubtes Auto schwingt, das, entgegen aller auf seinem Äußeren basierenden Erwartungen, zu schweben beginnt.

So klingt auch „Manupilation“ dank der tiefen, sonoren Stimme Matt Flegels etwas nach dem Countdown eines Showdowns im Wilden Westen. Der gipfelt allerdings, dank anspannender musikalischer Verdichtung, schlussendlich doch in der audiovisuellen Explosion des Universums. Den visuellen Teil übernimmt das innere Auge des Zuhörers, denn spätestens hier wird klar: Preoccupations zeichnen eine eigene Vision. Nicht die eines neu aufgelegten Film-Klassikers.

Bei „Decompose“ und „Antidote“ rücken so die Drums in den Vordergrund und geben in 80s-Manier den Takt an. An die Stelle einer generalüberholten und fehlerfreien Vision des Übernatürlichen tritt Klappern, Rütteln und Verzerrung der Stimme. Der Mensch, der in Projekten des Post-Punk, wegen seiner vergleichbaren Tiefe, immer gern mit dem Universum verwechselt wird, tritt in den Vordergrund.

Am meisten beeindruckt der abschließende Track „Compliance“, der irgendwo zwischen The Soft Moon und Mogwai monumental wirkt und den Anspruch hat, ein Denkmal für sich selbst aufzustellen. Sich stets weiter aufpeitschende Ebenen an Gitarren errichten nebst vereinzelten Synth-Rufen eine Pyramide, die bis in die Atmosphäre reicht und am Ende in sich zusammenfällt.

Preoccupations haben den Anspruch, das Gigantische zu vertonen. Aber damit ist nicht der Raum gemeint, der die Erde beheimatet, sondern die menschliche Gedankenwelt, die in einer Welt mit über sieben Milliarden Menschen mehr als nur ein Zuhause hat.

Und wenn beim Versuch, genau das zu tun, der Eindruck entsteht, der Science-Fiction habe in dieser Musik seine Heimat gefunden, dann ist das zwar nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Denn was wäre die Fiktion ohne ihren Wirt, dem menschlichen Geist.

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