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White Wine (Credit Birgit Martin/MusikBlog)
White Wine (Credit Birgit Martin/MusikBlog)

White Wine – Live im Uebel Und Gefährlich, Hamburg

Throbbing Gristle als Pausenmusik, guter Start in den White Wine Abend. Die winzige Bühne komplett überladen. Der Raum ist gut gefüllt.

Fritz Brückner und Kirmes (Christian Kühr) betreten die Bühne, Orange ist die Farbe der Tour. Elektronik setzt ein, das Fagott schiebt tiefe Drownes in den Raum – alles da. Sogar Gesang, aber kein Joe Haege.

Singend windet der sich nämlich von hinten durch das Publikum. Baseballcap, weiße Hose, leuchtend gelbe Ballonjacke mit der Aufschrift „Kill Hope – Kill Fear“. An die Bühne geschlagenes Micro komplettiert den Takt. Optik fast so hypnotisch wie die Drums. Das wird kein normales Schrammel-Konzert.

„Hurry Home“. Das saugt, als wäre es nicht erst der zweite Track des Gigs. Trockene Komplexität über düsterem Teppich. Die beiden Multi-Instrumentalisten lassen nichts anbrennen. Fritz wechselt Fagott, Gitarre, Keyboards. Joe spielt Gitarre, verbarrikadiert hinter E-Drumkit und Keyboards. Die Menge an Pedalen am Boden vor beiden ist irrwitzig.

Zu „Broken Letter Hour“ wirft sich Joe mitten im Publikum auf den Boden. Beim Titeltrack „Killer Brilliance“ vom aktuellen Album Klamottenwechsel vor der Bühne. Gelbe Ballonjacke wird zu kariertem Sakko. Die weiße Hose wird schwarz.

Man merkt Joes Schauspiel-Karriere, er ist mehr als nur Musiker. Der leicht arrhythmische Sound treibt voran und blockiert sich selber, das erzeugt Spannung. „Touché! Touché! Touché!“ Nach vorne gerichteter Druck im Überfluss.

Konzert wird zu Fest, Emotionalität beginnt, den Intellekt zu überlagern. Schlagzeug supertrocken, das Fagott verantwortlich für den typischen Sound. Joe springt, tanzt, zappelt auf seinem einem Quadratmeter. Die Gitarre um den Hals gehängt, verdrischt er die Drumpads förmlich.

Konstante Steigerung, Intelligenz trifft komplexe Härte. „7 Letters“ knarzt wunderschön. „Abundance“ nicht nur musikalisch ein Highlight. Alle drei verschwinden von der Bühne, ein einsamer Loop läuft weiter.

Joe baut eine gemusterte Leinwand mit Loch an die Bühnenkante. Zwei LED Streifen ziehen einen Runway durchs Publikum. Nochmal umziehen, hinter der Leinwand. Kopf durchs Loch, bleichweiß angestrahlt. Haege versteht, wie man Stimmung erzeugt. Ein gelbes Band hinter sich herziehend tanzt er den Runway entlang, Kuscheln mit Publikum inklusive.

White Wine schaffen es, bis ganz ans Ende immer noch einen draufzusetzen. Musikalisch wie optisch. Die Zugabe gibt Joe Haege als Storch in weißer Strumpfhose.

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