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Parquet Courts – Wide Awake

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Man kann darüber streiten, auf welchem Album Andrew Savage aufgeweckter klingt. Auf dem passablen Vorgänger „Human Performance“ oder dem übersoliden, morgen erscheinenden Nachfolger „Wide Awake“.

Mal so spontan: Die neue Platte. Da ist mehr Aufbegehren drin. Und das, obwohl die New Yorker Fraktion von Danger Mouse produziert wurde, der die differenzierten Rotzlöffel ein wenig feinschliff.

Danger Mouse, das ist der Typ, der mit James Mercer von den Shins immer so klang, als würde er in alte Funk-Discos in New York gehen. Der letzte große Output von Danger Mouse als Produzent war Michael Kiwanuka. Soul und Jazz also. Klar, „Wide Awake“ hat mit diesen Genres nichts zu tun. Die Parquet Courts bleiben Indie-Rock mit Punk-DNA. Eine Runde aufatmen.

Doch sie werden viel melodischer, würden „Popper“ wohl 2018 nicht mehr gleich als Schimpfwort verstehen. Vielmehr gehen Punk und Pop hier Hand in Hand, wenngleich Pop in Anführungszeichen geschrieben wird. In Zeiten wie diesen muss man hat Bündnisse eingehen. Beispiel gefällig?

Ein Stück wie „Freebird II“ kommt immer noch mit solidem Kneipenchor, aber der Bass ist nun viel verspielter und grooviger gestimmt. Und „Madrid Gras Beads“ wirkt sehnsüchtig, gibt selbst zu, dass es nostalgisch klingt und bietet dabei so viel mehr als Power-Riffs.

Doch den Live-Elan, das Spontan-Gewitzte haben die Parquet Courts nicht verloren. Der betont grantige Schrammelgitarre-Zweiteiler „Almost Had To Start A Fight / In And Out of Patience“ kommt deswegen etwa gleich mit kurzem Live-Konzert-Mitschnitt. Es rasselt, groovt, zuckt. Die Leute klatschen – zu Recht! An einer anderen Stelle hört man die Band beim Stimmen ihrer Geräte im Proberaum.

Doch lassen wir uns nicht täuschen. Hinter fröhlichen Hooks stecken oft tiefgründige und traurige Geschichten. „Death Will Bring Change“ etwa ist musikalisch zwar ein relaxter Midtempo-Song. Doch im Text geht es um die Schwester von Austin, die bei einem Autounfall sehr jung ihr Leben verlor. Anders gesagt: Es geht darum, wie sehr dieser Verlust Austins Denken beeinflusst hat.

Aber auch die schmissigen 84-Sekunden-Songs haben die Parquet Courts noch drauf: das konsequent hingerotzte „NYC Observation“ zum Beispiel. Die Drauf-los-Pauken-Attitüde konnte ihnen auch Danger Mouse nicht austreiben. In jenem Stück geht es um Obdachlose, die von der großen, geschäftigen Menschenmasse häufig vergessen wird.

Und die Parquet Courts scheinen indirekt eine wichtige Frage zu stellen: Wer gibt dem, der unten liegt, eigentlich noch die Hand statt einem zynischen Kommentar? Sowieso geht es häufig um die düsteren Stellen von New York, weit weg von goldenen Türmen und sonstigen Touristen-Magneten.

Die Parquet Courts singen über Orte und Situationen, wo und in denen man nicht das perfekte Foto für Instagram schießen kann. Um es mit Andrews Worten zu sagen: „Travel where you are, tourism is sin“. Dass er trotzdem nicht schlecht gelaunt klingt, macht diese Platte mit dezent politischen Statements so angenehm hörbar.

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