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Claptone – Fantast

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Ob es wichtig ist, zu erwähnen, dass Claptone immer eine vergoldete Schnabelmaske trägt, seine Identität geheim hält und man darüber spekuliert wie viele Menschen nun tatsächlich hinter dieser Kunstfigur stecken? Möglich – denn viel sehr mehr gibt der poppige Elektro aus dem Baukasten für Fertig-Deep-House oft leider nicht her.

Auf jedem der 13 Tracks bekommt Claptone Vocal-Unterstützung. Und genau mit jenen Gästen steht und fällt die Qualität der einzelnen Songs. Denn die Beats sind alle auf ähnlichem Niveau. Makellos produziert, wird der Dancefloor auf Hochglanz poliert.

Und wie das so ist: Wenn die Musik selbst zu wenig hergibt, sucht man den Ausweg in einem Referenzgewitter, zu dem schließlich auch „Fantast“ einlädt.

So klingt zum Beispiel der Opener, als hätten Radiohead aus Geldnot einen Song für eine Mobilfunkanbieter-Werbung geschrieben, „In The Night“ präsentiert sich in seiner unbeschwerten Unaufdringlichkeit als Kandidat für den neuen FIFA-Soundtrack und „Under The Moon“ beschwört Assoziationen zu dem Everything But The Girl Klassiker „Missing“ herauf.

Alles clubtauglich, aber irgendwie auch redundant. Massentauglicher Elektro für Menschen, die eigentlich keinen Elektro hören, die sich dann aber doch auf einschlägigen Partys herumtreiben, weil ihnen die fluoreszierenden Bändchen ums Handgelenk so gut gefallen. Musik, die man irgendwie nur in ungewollter Spotify-Werbung oder H&M-Umkleidekabinen so richtig wahrnimmt.

Das ist alles nicht zwangsläufig schlecht. Sondern merklich aus einem Guss produziert und perfekt für den verklärten YouTube-Rückblick des Elektro-Festivals, das sich gefühlt durchgehend im Sonnuntergangs-Modus befunden hat. Aber es verzichtet größtenteils auf einen eigenen Stempel und liefert am Ende zu wenig Mehrwert.

Allerdings: in der zweiten Hälfte des Albums tun sich einige Lichtblicke auf. „Wildside“ wäre so einer. Hier steuert Matt Simons die Vocals bei. Simons hat schon dem DJ-Duo Deepend zu einem Deep-House-Hit verholfen, nachdem diese seinen Song „Catch & Release“ neu abgemischt hatten.

„A Waiting Game“ macht ebenfalls dank seiner suspensehaltig-dramatischen Atmosphäre Spaß, sowie „Crusing (So They Say)“ auf dem sich Bloc Party-Frontmann Kele Okereke gewohnt charismatisch die Ehre gibt.

Wie sehr die Gäste im Endeffekt dafür verantwortlich sind, ob ein Song funktioniert oder nicht, zeigt sich vor allem bei „Animal“. Clap Your Hands Say Yeah sorgen dafür, dass die gemütliche House-Komfortzone für einen kurzweilig-dynamischen, atemlosen Wave/Indie/Dance-Hybriden verlassen wird. Endlich ein Track, dessen Beat dazu einlädt, seine schweißgebadete Faust mit Herz und Seele durch die Luft zu hämmern.

Doch „Alone“, der Abschluss der Platte, trübt diese Euphorie auch so gleich wieder.

Claptone bezeichnet die Platte selbst als ein Werkzeug zum Eskapismus. Dafür fasziniert aber zu wenig. Der Eingang zum Kaninchenbau, um Alice ins Wunderland zu folgen, wird von einem Türsteher bewacht, der dir sagt, dass du die falschen Schuhe trägst.

Realitätsflucht funktioniert nur, wenn auch ein Fluchtweg angeboten wird. Auf „Fantast“ führt dieser eher im Kreis.

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