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Let’s Eat Grandma – I’m All Ears

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Schokokuchen, Pilz-Snacks, Einschlaflieder und ein Wortwitz mit Oma drin. Das waren Let’s Eat Grandma vor rund zwei Jahren. 2016 erschien das mitunter skurril ausgefallene Debüt „I, Gemini„, auf dem sich verspielter Flöten-Psychedelic-Pop und kauzige Folk-Entwürfe ablösten. Das alles hatte schon eher einen infantilen Unterton, wenngleich man eine gewisse Mystik nicht ausblenden konnte.

Fakt ist: Die zwei Freundinnen Rosa und Jenny galten als vielversprechende Newcomern. Hier wurden wirre Ideen aberwitzig miteinander kombiniert. Die zwei kennen und vertrauen sich schon seit dem Kindergartenalter. Da waren sie vier.

Songs zusammen schreiben und komponieren, das muss man sich wohl wie das gemeinsame Spielen im Sandkasten vorstellen: Gebäude aufbauen, alles wieder einstürzen lassen und einfach wieder von Null anfangen.

Zwei Jahre später macht das immer noch verdammt viel Spaß. Und doch klingen die zwei Multiinstrumentalisten weniger obskur, dafür wesentlich elektronischer. Die neuen Songs arbeiten verstärkt mit Synthesizern und Effekten:

Schon der düstere Auftakt „Whitewater“ verbindet Streicher mit technoiden Elementen und „It’s Not Just Me“ klingt mit seinen aufblitzenden Synth-Flächen und Stimmbearbeitungen hier wirklich fast nach Witch-House.

Nehmen wir auch das vom Avantgarde-Pop-Producer SOPHIE arrangierte „Hot Pink“. Das bounct gewaltig, klingt mit seinen mächtigen Peitschen-Beats und Doppelgesang nach futuristischem R’n’B.

Generell klingt auf dem Album fast die gesamte Auswahl verdichteter. Während viele Stücke des Vorgängers den Coolness-Anspruch aktueller Popmusik nahezu veralbert haben, klingt „I’m All Ears“ extrem zeitgemäß und ja, sagen wir mal „gereift“.

Einige Songs vom Vorgänger waren schon älteres Material, was den teils kindlichen Charakter erklären würde. Jetzt hingegen geht es oft um Zwischenmenschliches, das Überwinden von Unsicherheit und eine Art Fernbeziehung.

Aber klar, auch das Futter ist wieder Thema. Zumindest geht es in „It’s Not Just Me“ einmal auch kurz um Erdnuss-Bagels. Doch sowas Banales muss enigmatischen Wave-Pop ja nicht ausschließen. Man muss fast an The Knife denken, dann auch an Lorde, dazwischen an Trap und Sprechgesang („Falling Into Me“).

Erst gegen Ende klingen Let´s Eat Grandma wieder geerdet. Die E-Gitarre im überlangen „Cool Collected“ hat ein wenig Sand im Getriebe und die für das Album nicht gerade repräsentative Ballade „Ava“ zieht das Hausklavier mal wieder raus. Der Style wird nicht jedem gefallen, eingestehen muss man dafür aber die stimmliche Souveränität von Rosa und Jenny.

Den Abschluss macht aber eine ambitionierte Collage aus Akustikgitarre, Dream-Pop, treibender Drum-Machine und krass modulierten Synthesizern. Passt. Denn vielleicht hat „Donnie Darko“ was mit dem gleichnamigen Film über einen Schüler zu tun, der unter Halluzinationen leidet und ständig einen Typen mit Hasenkostüm und Totenmaske sieht. Das hier ist zwar irgendwie doch Ballade, aber mit bitterem Beigeschmack. Jedenfalls alles andere als ein Rezept für Schokokuchen.

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