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Nine Inch Nails – Bad Witch

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Good cop, bad cop. Good witch, bad witch. Hin wie her: „Bad Witch“ ist das letzte Kapitel der Release-Trilogie der Nine Inch Nails. Was 2016 mit „Not The Actual Events“ begann und ein Jahr später mit „Add Violence“, jeweils in EP-Größe, seine Fortsetzung erfuhr, findet nun seinen Abschluss und wird, selbst wenn die Laufzeit nicht zwingend darauf schließen lässt, aus bekannter Intuition als großer Bruder in Form eines vollwertigen Albums in der Diskografie eingetragen sein.

Schon eine Weile her, dass NINs Gravitationszentrum Trent Reznor Trends in Sachen Fusion-Sound setzte, mit „The Downward Spiral“ und „The Fragile“ Monolithen platzierte und via „Hurt“ einen der zerbrechlichsten Momente der Musikgeschichte komponierte, wenngleich dieser in der Interpretation eines anderen Unsterblichen zu Weltruhm kam.

In der Post-Industrial Zeit wurden zwar nicht mehr die ganz dicken Bretter genagelt, dennoch blieb der musikalische Fantast trotz temporärer Kreativ-Pause mit unendlichen Ideenspektrum und fern vom Kopieren der eigenen Back-Kataloges stets präsent.

In der Grauzone von Alternative-Rock und Elektronik entstanden u.a. der feine Soundtrack zu „The Girl With The Dragon Tattoo“, gab es zuletzt mit „Hesitation Marks“ eine eher introvertierte Abrechnung mit dem Weltlichen, die nicht gänzlich an vergangene Triumphe anknüpfen konnte.

Dass Nine Inch Nails, bei denen seit geraumer Zeit Atticus Ross eine tragende Säule bildet, auf der Suche nach der Bad Witch nicht bei Bibi Blocksberg klingeln, ist klar und so präsentierte sich bereits das vorab zugängliche Sechstel der Platte als ein notorisch unruhiges Klangkonstrukt, durch das der Geist von David Bowies 97er, Drum`n`Bass inspirierten, „Earthling“ wehte.

Der Rest der Platte knüpft an den klaustrophoben Grundtenor der beiden kleinen Geschwister an. Latent diffuse Beunruhigung streuend, machen die Töne wie eine wackelige Handkamera Jagd auf ihre Konsumenten.

Noise-Attacken mit Tendenz zum Massaker versetzen wie „Not Anymore“ vom Vorgänger in die Genre-Disco der Nuller-Jahre. Gefährlich schleifen die Töne über Metall, Loops jaulen, Sinustöne pfeifen.

X-Files Stimmung macht sich breit, das Schlagwerk schleppt sich mitweilen vorwärts wie Zombies ohne Beine. Jeder Ton Reznors ist ein implodierendes Stück Welthass, am besten zelebriert im episch angelegten „I’m Not From This World“.

„Play The Goddamned Part“: mit dem Budenzauber von „Bad Witch“ zollt Regisseur Reznor all jenen Tribut, die sein Gesamtwerk traditionell ganz oben auf der Playlists haben.

Gut so, „Over And Out“ ist es jedenfalls für NIN noch längst nicht.

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