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Cordovas – That Santa Fe Channel

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Country-Rock hat ein gemütliches Plätzchen in der öffentlichen Wahrnehmung einenommen. Wer entsprechende Harmonien hört, die klagende Gitarre, die irgendwie nach Nashville und nach Meer schreit, ordnet das Ganze schnell ein: Alt, ja, alt muss es sein, und konservativ.

Cordovas sind gekommen, um diese Vorurteile zu bestätigen und gleichzeitig abzubauen – und sie haben ihr Debütalbum „That Santa Fe Channel“ im Gepäck.

Schon im Song „Selfish Loner“ wird klar: Die Band aus Nashville wirft mindestens genau so viel Einsamkeit und Herzschmerz in ihre Lieder, wie man es von einer Band aus dem Osten der Vereinigten Staaten erwarten würde.

Dazu gesellen sich mehr als eine Stimme, die aus der Mehrstimmigkeit ein musikalisches Instrument machen, ihre melodische Relevanz um ein Vielfaches potenzieren. Hat man also doch schon alles gehört, was Cordovas da auf ihrem neuen Album unterbringen? Ne, eben nicht.

Schon der erste Track „This Town’s A Drag“ suggeriert den Wunsch, auszubrechen, statt zu glorifizieren, was schon viel zu lang dem Status Quo entspricht. Es sind junge Menschen, die den Country-Rock von Cordovas erschaffen, was unspektakulät klingt, aber in der Dynamik von „That Santa Fe Channel“ einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

So folgt auf „Frozen Rose“, das fast als Rock’n’Roll durchgehen könnte, die Ballade „Santa Fe“ und eine Erkenntnis. Im Gegensatz zu Pop-Acts, die manchmal den ungelungenen Versuch wagen, aus ihrem Genre auszubrechen, um im Country die geerdete Melancholie zu finden, können Cordovas genau das authentisch transportieren. Wo John Mayer und Jake Bugg zwar musikalisch mithalten können, passt bei ihnen alles zusammen.

Die Dynamik hinterlässt auch in den Texten ihre Spuren und mutet an Stellen fast ironisch an. Country-Rock mit Ironie? Klingt ungefähr so wahrscheinlich wie Schnee an Weihnachten und ist gerade deswegen so erfrischend.

Eine progressive Herangehensweise, die es der Band nicht unmöglich machen sollte, auch als Feature zu funktionieren. Der Hip-Hop und die elektronische Musik brauchen immerhin andauernd gefühlvolle Gitarren und Genregrenzen scheinen längst wie anachronistische Überbleibsel eines kategorisierenden Zeitgeistes.

Mit „Step-Back Red“ gelingt gegen Ende des Albums sogar noch die Ode auf die Heimatstadt Nashville. Piano und mehr Einstimmigkeit als in den anderen Songs des Albums sorgen für ein Bild vorm inneren Auge, das sich festsetzt. Fünf junge Musiker in einer abgeranzten Bar auf einer etwas zu engen Bühne, die ihre Musik durch Zigarrendunst und Kerzenlicht wabern lassen.

„That Santa Fe Channel“ ist Heimatmusik von der kitschigen Sorte, mit dem notwendigen Augenzwinkern, um nicht in die Absurdität abzurutschen. Aufbruch statt Konservatismus.

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