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Abwärts – Smart Bomb

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Angesichts der Weltlage gibt es für einen Mann vom Schlag eines Frank Z. viel zu sagen. Günstigstenfalls geschieht dies in einer Sprache, die nicht nur bei alten Kämpfern seines Jahrgangs einen Rekrutierungsreflex auslöst, sondern aufgrund der thematischen Dringlichkeit auch neue Kader erreicht.

Dazu gehört eine zeitgemäße Verabreichungsform. „Smart Bomb“-Einsteiger „Aber Für Nichts“ verfehlt dieses Ziel beeindruckend. Was zunächst klingt, als hätte Clueso Terrorgruppe gecovert, um in „Tage Wie Diese“ Beliebigkeits-Riffs aufzugehen, nimmt maximal Zeitgenossen aus der großen Zeit von Abwärts mit.

Wie musikalisch gerät an dieser Stelle der Rundumschlag gegen die gesichtslose Masse aka schweigende Mehrheit textlich weder smart noch bomb. Auch im weiteren Verlauf des Albums wird der ein oder andere Reim – trotz des ins Genom des Frank Z. eingegangenen Zynismus und schöner Gleichnisse (Nerd ≙ Betriebssystem auf Beinen) – etwas unglücklich ausfallen.

Trotzdem hat die Platte Potential. Ab dem Titelstück wird es flotter, druckvoller und lauter. Obwohl Punk-Urvater Iggy Pop im aktuellen mobil-Journal der Deutschen Bahn (die „Passenger“ gerade zu Werbezwecken missbrauchen darf) sagt: „Rock ist tatsächlich nur noch so lebendig wie ein ausgestopftes Tier“ kommt das totgesagte Vieh hier ganz schön vital um die Ecke und feiert im weiteren Verlauf nicht nur im Gewand von „Charlie Brown“ ein Comeback.

Da sich die Welt nie ändern wird, gibt’s inhaltlich nichts Neues: NATO, Kapitalismus, Umweltverschmutzung, die Ausbeutung des aufrechten kleinen Mannes – mit dem bekannten Wahnsinn geht es in die nächste Runde. Wie die global Verantwortlichen bleiben auch deren singende Kritiker Abwärts ohne Lösungsansatz.

In der Country-Ballade „Sehnsucht“ heult Frank Z. mit den Wölfen, aber trotz vertonter Rückruf-Kampagne: nirgendwo wird es wieder jene 1. Mai Festspiele geben, aus deren Bild-Dokumenten Altvordere Dia-Abende gestalten.

Für das, was Frank Z. und Rod González hier produktionstechnisch vier Jahre nach „Krautrock“ ins rechte Licht gesetzt haben, gilt: Solange es genügend Vorlagengeber in den Schaltzentralen der Welt gibt, ist und bleibt es wichtig, dagegen die Stimme zu erheben.

Da das gros der Zeitgenossen, siehe „All Die Fressen“, auf ewig unentschlossen zwischen Latte macchiato und Vegan, als Impulsgeber ausfallen, müssen es eben die Alten machen. Womit ein ganzes Musik-Genre samt Abwärts relevant bleibt.

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