Für diese Website registrieren

15 − sechs =

Mit der Registrierung stimmst du den MusikBlog Nutzungsbedingungen zu.

Bitte gib deine E-Mail-Adresse hier ein. Du bekommst eine E-Mail zugesandt, mit deren Hilfe du ein neues Passwort erstellen kannst.

Entdecke neue Musik

Empfiehl deinen Freunden neue Alben oder Konzerte deiner Lieblingskünstler, erstelle deine persönlichen Album-Charts oder gewinne Konzertkarten und mehr bei unseren Gewinnspielen.

Alligatoah – Schlaftabletten, Rotwein V

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.

Programmwechsel in Alligatoahs Rap-Theater! Mit dem Album „Schlaftabletten, Rotwein V“ (vom Protagonisten nur deshalb Mixtape genannt, weil ohne durchlaufende Thematik) gibt es eine neue Vorstellung für alle Fans, die textsicher vor den, inzwischen ganz großen, Bühnen stehen und sich mit dem neuen Material erneut „Wie Zuhause“ fühlen dürften.

Mit dem Genuss der titelgebenden psychotropen Substanzen könnte es allerdings unter Umständen in Sachen Textsicherheit schwierig werden, rappt Lukas Strobel doch wieder mit hoher Schlagzahl seine ironie-durchtränkten Bissigkeiten.

„Alli-Alligatoah“ legt direkt los wie ein Hybrid aus dem Bonanza-Theme und Bela B`s „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“-Soundtrack und auch auf dem Rest der Platte gibt es alternative Töne, wird ordentlich im Metal-Gemischtwarenladen zugegriffen, und – wie früher bei den krachenden Riffs von „Fick Ihn Doch“ – die musische Sozialisierung ausgelebt.

„Need A Face“ mit seiner Vorhersehbarkeit von Konversationsverläufen, das Abkanzeln von messenger-gesteuerter Lebensoptimierung via „Beinebrechen“, die Absage an peinlichen Berufsjugendlichkeitswahn in „So Gut Wie Neu“ oder das gegen Sexismus reimende „Meine Hoe“ – die Boshaftigkeiten geben sich lachend die Klinke in die Hand.

Übertreibung veranschaulicht, das weiß natürlich auch Alligatoah und diese Tatsache hilft ungemein, verlässlich überspitzt seine Alltagsbeobachtungen aufzubereiten. Exemplarisch muss die eigene Freundin nicht zwingend „aus dem Mund nach fremden Sperma riechen“ um festzustellen, dass die „Freie Liebe“ hier eventuell etwas aus dem Ruder läuft.

Die Storys sind Reality-TV zum Hören, sind – wenn es der Sache dient – verortet zwischen Knorkator für Intellektuelle und den Sauf- und Kotzerzählungen der frühen Terrorgruppe, hüpfen zwischen Lyrismen und Jargon. Für den Autor der Texte kein Hindernis, seinen Kindern früh (wenn gewünscht) den Zugang zu seiner Musik zu ermöglichen.

Wie gewohnt gibt es mit „Die Grüne Regenrinne“ eine Fortsetzungsgeschichte, wie gewohnt bleibt es von „Füttern Verboten“ über „Meinungsfrei“ bis „Terrorangst“ ein wertungsfreies Album, in dem alle Prozessbeteiligten gleichberechtigt abgewatscht werden, und es für den Konsumenten frei bleibt, „Schlaftabletten, Rotwein V“ einzuordnen.

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.