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Idles – Joy As An Act Of Resistance

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Idles sind nicht einfach zu kategorisieren. Ihr Debüt „Brutalism“ war wütender Punkrock im weitesten Sinne, der nicht mit Selbstverachtung geizte. Die Blessuren, die sich die Briten dabei zugezogen haben, reißen auf auf dem neuen Album wieder auf und Sänger Joe Talbot streut Salz in die Wunden.

„Joy As An Act Of Resistance“ ist der treffende Titel dieses Manövers  und „Television“ und „Rottweiler“ mit ihrem trotzigen Vorwärtsdrang noch die geradlinigsten Stücke darauf.

Der Opener „Colossus“ beginnt mit Talbots Spoken-Word-Vortrag und steigert sich in dreieinhalb Minuten zu einer Noise-Melange aus Industrial Sounds. Danach reißt das Stück ab, für fast zehn Sekunden herrscht Sille. Nach kurzem Feedback erodiert der Song in eine wunderbare Form aus zornigen The Clash.

„For a long old time I’ve Known I’m dirty, rotten filthy scum“ geißelt sich Talbot in „I’m Scum“ selbst. Noch mehr Verletzlichkeit wollte er zulassen, noch genauer mit dem Brennglas auf die Verwundbarkeit leuchten.

Er hätte sich in seinem Aufzug, mit seiner raubeinigen, tiefen Stimme auch gut als Aggressor in der stilvollen britischen Mafia-Serie Peaky Blinders gemacht. Stattdessen sprech-singt er über noisige, widerspenstige Punkrocker, die mit ihrer kratzbürstigen Extase einen Zynismus kreieren, der mehr Spaß macht, als einfach nur alles doof zu finden.

An anderer Stelle schlagen die Songs so viele Haken, dass man sie fast auseinander dividieren könnte. Überhaupt atmet vieles an „Joy As An Act Of Resistance“ die Attitüde ihrer Landsleute. Punkrock, der stets mehr The Clash als Antiflag, mehr Gefühl als Parole ist.

Fast vierzig Jahre nach „London Calling“ klingt das hier nur eben deutlich zynischer, aufgekratzter und resignierter. Diese Generation von Briten hat mit Theresa May und dem ganzen Brexit-Scheiss wohl einfach weniger zu lachen.

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