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Kala Brisella – Ghost

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„Endlich Krank“, das Debütalbum aus dem letzten Jahr von Kala Brisella. Ziemlich klassischer Post-Punk-Erstling, aber doch erfrischend anders. Schrammelige Noise-Gitarre, verworrene Lyrics mit ironischem Subtext. Alles in allem laut, rotzig, frech.

„Ghost“, jetzt ein Jahr später, ist schon die zweite Scheibe des Berliner Trios. Eindeutig die gleiche Band, komplett generalüberholt. Abwechslung ersetzt das Ungestüme, Melodie ersetzt den Noise, vielfältige Gesangstimmen ersetzen das Schreien.

Die Texte ersetzt nichts, Ironie und dadaistische Irritation bleibt. Jedes Stück steht für sich selbst, zusammen ergeben sie ein Werk.

„Alles Außen“ eröffnet noch klassisch. Anja Müller am Schlagzeug und Dennis Deter am Bass treiben voran, die Gitarre schwirrt kreisend darum. Die Vocals von Jochen Haker (Gitarre) meist an der Grenze zum Sprechgesang. Klingt, als würde er etwas erklären und wir sollen doch bitte verstehen.

„King Of The Moon“ rennt ungebremst voran, Melodie gewinnt das erste Mal die Oberhand.

„I’m Sorry“, energetisches Stück, das Video dazu hektisch, selbstironisch und so gar nicht ernsthaft. Gut gelauntes Hüpfen ist definitiv Kernkompetenz. Die drei haben sich beim Theatermachen kennengelernt. Das erklärt die starke visuelle Ausdruckskraft ihrer Selbstdarstellung.

„In Spiralen“ bringt die Ruhe, beginnt maximal minimalistisch. Ein bisschen Bass, zurückgenommenes Schlagzeug, viel Stille und dominierend darüber die Stimme. Die Gitarre beginnt schleppende Melodien darüber zu legen.

Das nächste Stück „Dein Du“ der Gegensatz, schnell, zappelig, nervöse Gitarre. „Und eine Lüge, ist eine Wahrheit, ja eine Lüge, ist eine Wahrheit, ist doch klar die Lüge dient der Wahrheit, dient der Lüge, ist doch klar“. Ja, alles klar. Keine Fragen mehr offen. Anja Müller ergänzt pointiert mit zweiter Stimme.

Der Ausreißer auf der Platte ist „Gezackte Linie“. Minimale Instrumentierung mit Hammond Orgel erinnert fast an Young Marble Giants. Aber farbig und nicht schwarz. Der einzige Track mit Hauptvocals von Anja, zwischen Gesang und Flüstern.

„Ich bin eine gezackte Linie, ich leuchte in der Nacht. Ich bin eine gezackte Linie, ich zeige an wo Du nicht sein kannst“. Leichte Hintergrundgeräusche machen das Werk perfekt. Der Klang schwebt, erzeugt saugenden Unterdruck.

Gleiches Spiel mit der Stimme wie mit den Instrumenten. Laut, leise, singend, rufend, sprechend, flüsternd, eindringlich, schmeichelnd. Alleine, sich ergänzend im Duett. Immer obenauf, nie unwichtig.

Live eingespielt macht die Platte viel Spaß. Die neue, leicht poppige Abwechslung tut gut.

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