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Jens Friebe – Fuck Penetration

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Es mag nicht wirklich zur Bewertung eines Albums gehören, aber eine kurze Albumtitel-Kritik steht auch programmatisch für den Inhalt auf Jens Friebes sechsten Album. Frühere Albumnamen wie „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert“ oder „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“ standen für eine sympathisch-kleinkünstlerische Poetik, die sich selbst nicht so wichtig nahm und die gerade dadurch eine eigene Schönheit besaß.

„Fuck Penetration!“ hingegen will voll das clevere agitatorische Wortspiel sein und dann auch noch in der Muttersprache des Pop. Damit haben sich verkopfte Hamburger Schüler ja nicht zum ersten Mal vertan.

Nein, „Fuck Penetration“, mit seinem konstanten Wechselgewirr aus englisch- und deutschsprachigen Songs, gehört nicht zu Friebes überzeugenden Arbeiten. Zuviel Unterschiedliches tummelt sich hier.

Fanfaren und Bombast, neben Schlafzimmeraufnahmen. Man kommt nicht zur Ruhe, geschweige denn zum Punkt. Jens Friebe nimmt ständig einen roten Faden auf, um in nur wenig später wieder zu verlieren.

In den Refrains zeigt Friebe hier auch nicht zum ersten Mal eine Tendenz zur Wiederholung der allzu weinerlichen Stimmlage und des Melodierepertoires.

In den wirklich gelungenen Momenten auf „Fuck Penetration“ herrscht, was Friebes Anspruch sein dürfte: echte unprätentiöse Kunst.

„Herr der Ringe“ beispielsweise besticht mit dieser viel zu selten auf „Fuck Penetration“ sich einstellenden gelungenen Ganzheitlichkeit eines Songs: Wie ein aussortierter Tom-Waits-Song poltert ein Beat vor sich hin, bevor Friebe im einfachen Sprechgesang wirklich gelungene Lyrik beimischt.

Leider findet Friebe diese Spur viel zu selten. „Fuck Penetration“ verheddert sich insgesamt zu sehr im Anspruch, intellektueller Global-Pop zu sein. Guter deutscher Indie-Pop wäre das bessere und realistischere Ziel gewesen.

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