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Tamino – Amir

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Tamino ist die Hauptfigur aus Mozarts „Zauberflöte“, ein junger Prinz, der in drei Prüfungen und unter Zuhilfenahme einer magischen Flöte seine Charakterstärke unter Beweis stellen muss, um seine Angebetete, Pamina, zu gewinnen.

Tamino ist außerdem ein junger belgischer Musiker mit ägyptischen Wurzeln, der gerade für mächtig Aufsehen in der Musikwelt sorgt und jetzt sein Debütalbum „Amir“ veröffentlicht.

Beide sind weder verwandt noch verschwägert und auch die Namensvetternschaft darf man wohl nicht so hoch bewerten, wie man es als kulturell interessierter Beobachter gerne täte:

Der bürgerliche Name des Zweitgenannten lautet nämlich Tamino-Amir Moharam Fouad und eine Mozart-Reminiszenz geht damit höchstens von den Eltern des Künstlers aus, nicht von ihm selbst.

Wir sind so frei und ziehen trotzdem eine Analogie an den Haaren herbei:

Auch Tamino, der zeitgenössische Singer/Songwriter, muss mit seinem Debütalbum gewissermaßen eine Prüfung bestehen. Zwar winkt ihm bei erfolgreicher Bewältigung keine lüsterne Schönheit wie dem Opern-Protagonisten, dafür aber die endgültige Aufnahme in den erlesenen Kreis der Indie-Hochbegabten.

Beweisen muss er vor allem, dass sein arabisch gefärbter Sound nicht nur in einzelnen Singles bzw. EP-Länge funktioniert, sondern eben auch über die volle Distanz eines Albums.

Bei vieren der zwölf Albumtracks handelt es sich um die Songs des besagten Extended Players, für den Tamino nicht nur den Anchor Award auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival, sondern ganz nebenbei auch Radioheads Colin Greenwood als Mitmusikanten gewann. Die neuen Tracks folgen einem ähnlichen Muster.

Ein warm-akustisches Klangbild, das sich von dezenten Elektronik-Einsprengseln keineswegs stören lässt, sondern im Gegenteil profitiert.

Nonchalant-traurig gehauchte und gleichzeitig eingängige Vocals, die sich regelmäßig, quasi aus der Hüfte in Richtung orientalischer Viertelton-Skalen verabschieden und das Album nicht nur dadurch zu einem außergewöhnlichen machen.

Die arabischen Einflüsse sind auf dem Album – im Gegensatz zur EP –  zum Teil auch instrumental mittels eines orientalischen Orchesters umgesetzt (z.B. in „Each Time“), aber: immer songdienlich, niemals nervig. In „Tummy“ beispielsweise fehlen sie komplett, gut so, der Track könnte als moderner The Smiths-Song durchgehen.

Wie in Mozarts „Zauberflöte“ ahnt man bereits vor dem Ende, dass Tamino seine Prüfung bestehen wird. Das tut er mit „Amir“ bravourös, zu interessant ist diese Mischung, als dass das jemals zur Diskussion stünde.

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