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Tender (Credit Partisan Records)

Tender – Fear Of Falling Asleep

Kurz vor dem Einschlafen noch einmal den Tag Revue passieren lassen, das tun viele Menschen. Über genau diese Phasen zwischen Wachsein und Wegdriften haben Tender ein ganzes Album gemacht. „Fear Of Falling Asleep“ heißt der zweite Longplayer von James Cullen und Dan Cobb.

Wer die Rom-Com „To All The Boys I´ve Loved Before“ auf Netflix gesehen hat, hörte bereits Musik von Tender. Die zehn neuen Songs sind ein Mosaik aus Synthieklängen, Ängsten und sanften Beats. Kurz: Sphärische Elektronummern.

Stilecht wurde der Longplayer in den Londoner Schlafzimmern des britischen Duos aufgenommen. Trotzdem klingt er nicht nach Lo-Fi-Produktion, sondern nach durchproduzierten und leicht unterkühlten Tracks.

Die Stimme von Sänger und Multiinstrumentalist James Cullen klingt recht androgyn, nicht nur beim Opener „Handmade Ego“. In dem Lied geht es um zwei Menschen, ihre (sexuelle) Beziehung und die aneinander knallenden Egos.

Ängste und Gedankenströmen vor dem Schlafen. Innere Abgründe, die besser unausgesprochene Gedanken bleiben, werden in „Bottled Up“ beschrieben. Einzelne Gitarrenriffs pointieren das Gesungene und geben dem Song seine Struktur.

Um die Angst vor dem Einschlafen geht es in dem Titeltrack des Albums. Zu Beginn von „Fear Of Falling Asleep“ hören wir einen kleinen Jungen sagen, dass es nicht schlimm ist, wenn man diese Furcht hat: „It’s just something you’re born with I guess“.

Der Song wird von Streichern flankiert, eine E-Gitarre rundet den Song ab. Es ergeben sich Klangweiten, die konträr zu der Befürchtung vor dem Nie-wieder-Aufwachen stehen. „But I can live with that“ ist die abschließende Erkenntnis.

Im Schlafzimmer wird nicht nur allein, sondern auch miteinander geschlafen. „Slow Love“ ist eine sleazy Schlafzimmernummer, die entspannt anfängt und ebenso entspannt ausfaded. Ein treibender Basslauf, ein schnellerer Beat und sogar eine Spannungspause.

„Closer Still“ ist eindeutig die Uptempo-Nummer auf dem Album. Dazu könnte mensch sogar in den Clubs zwischen Berlin, New York und Beirut tanzen.

Thematisch ist die Platte rund um Änsgte alles andere als entspannend. Aber: „Fear Of Falling Asleep“ ist so konform aufgenommen, dass das Album gut nebenher laufen kann: Beim Entspannen in der Badewanne, bei langen Auto- oder Bahnfahrten oder auch im Schlafzimmer.

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