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Hauschka – A Different Forest

RubrikAlben
Künstler*inHauschka

Wie würde man es als Künstler wohl angehen, wenn man sich vornehmen würde, die Natur zu vertonen? Vielleicht würde man mit den Geräuschen der Natur experimentieren. Vielleicht würde man die Gesänge der Vögel oder das Flüstern des Windes aufnehmen. Vielleicht würde man Musik mit Wasser oder Holz oder Tannenzweigen machen.

Von wem würde man ein solches Album nicht eher erwarten als von Hauschka? Mit seinem präperierten Piano, das er mit Leder- oder Gummistücken umbaute oder später mithilfe des Computers verzerrte hat sich Volker Bertelmann einen Namen als großer Klangexperimentator gemacht.

Auf einer mittlerweile stattlichen Anzahl von Alben, zuletzt auf dem 2017er „What If“, waren komplizierte Dissonanzen und elektronische Klangflächen zu hören. Manches davon schien nicht von dieser Welt, vieles hörte sich sehr nach Weltraum an.

Wie geht es ein solcher Künstler also nun an, ein Album über den Wald zu machen? Er nimmt all die Präparate weg, bis nur noch das nackte Klavier übrig bleibt. Auf seinem neuen Album „A Different Forest“ klingt Hauschka natürlicher denn je. Wald statt Weltraum.

Der Künstler, aufgewachsen im ländlichen und dicht bewaldeten Siegerland in NRW, erinnert sich auf diesem Album an seine Kindheit, in der er an Wochenenden oft durch die Wälder streifte, nur mit Kompass, Wasser und etwas Essen, und nachts in einer Hütte übernachtete. So schreibt er es auf seiner Webseite.

So klingt auch die Musik: So wie man bei einem Spaziergang durch den Wald die Gedanken streifen lässt, so wandert die Musik durch intime Melodien und gedankenversunkene Improvisationen.

Zu diesem Album kann man seine Fantasie spielen lassen – schon allein die Titelnamen wecken Assoziationen zu einem Märchenwald, wenn es da um Spinnenweben und Ameisenhaufen und Geister geht.

Das gerade machte den Reiz für den Künstler aus, schreibt Hauschka: Einfach loslaufen zu können, ohne die Leine, die ihm manchmal Regisseure und Filmemacher anlegen, wenn er Film-Soundtracks schreibt (2017 für „Lion“ sogar Golden Globe- und Oscar-nominiert).

Manchmal verläuft er sich dabei vielleicht auch etwas. Entlang mancher Strecken plätschert das Album etwas dahin, ohne wirkliche Variation oder Höhepunkte.

Am meisten tritt noch der letzte der 13 Titel hervor. „Another Hike“ beschließt das Album mit einer lockeren, unwiderstehlichen Pianomelodie und bleibt auch noch im Ohr, wenn die Wanderschuhe wieder ausgezogen sind.

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