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Methyl Ethel – Triage

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Vor drei Jahren überraschten Methyl Ethel im Fahrwasser australischer Indie-Exportschlager wie Courtney Barnett und Tame Impala mit ihrer tanzbaren Form von Dream-Pop.

Bereits ein Jahr nach dem Debüt festigte „Everything Is Forgotten“ diese Ausgangsposition in Down Under. Was noch fehlte, war der flächendeckend durchschlagende Erfolg. Das soll sich jetzt mit „Triage“ ändern, das den Schwerpunkt prompt gen unnötiger Seichtigkeit verlagert.

Wo auf dem Vorgänger noch öfter illustre Schrulligkeit war, geht es jetzt um Lametta, um die 80er. Der Opener ist „Ruiner“ seiner eigenen allzu offensichtlichen Wiederholungen. Frontmann Jake Webb klingt dabei so feminin wie nie zuvor.

Es ist seine Band, die er zwischen Perth und London Kilometer machen lässt, um das Album seinen Vorstellungen entsprechend aufzunehmen.

Die Vorstellungen gehen auf „Triage“ zu noch mehr Synthesizern, die zu plastischen Drums dann wie in „Trip The Mains“ retrofuturisch die 80er absaugen: Synth-Pop für Ghostbuster-Fans.

Das hat zuletzt auch eine ungleich größere Band mit ungleich größeren Mitteln versucht: In „Post-Blue“ sind Methyl Ehtel mehr Muse als je zuvor. Und zwar die neuen, streitbaren von „Simulation Theory“.

Auf einem der zahlreichen Flüge zwischen Australien und England hat Webb wohl dasselbe Luftloch erwischt, das zu dieser ausladenden Dramatik inspiriert. Vergessen wurde, auch mal Tempo dazuzugeben, das dem Album etwas die Gleichförmigkeit hätte nehmen können.

So spielt die Synth-Dramatik zwar dem Coming-Of-Age-Konzept Webbs in die Karten. Die vielerorts entrückte, ja fast interstellare Mid-Tempo-Lethargie ist allerdings nicht erste Assoziation zu adoleszentem Gefühls-Chaos.

Vielleicht wird es Zeit, dass Methyl Ethel erwachsen werden.

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