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Marina – Love + Fear

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Verdient war der Ruhm allemal, den Marina And The Diamonds 2010 nach Ablieferung von „The Family Jewels“ einheimste, überzeugend die Indie-Attitüde, die von der kratzbürstigen Waliserin unter ihre Pop-Interpretation gemischt wurde.

Drei Alben später und jetzt ohne Diamonds (die gereifte Künstlerin fühlt sich damit inzwischen authentischer dargestellt) klingt die 2019er Marina-Ausgabe wenig widerspenstig.

Was auf „Love + Fear“ vorliegt, beinhaltet inzwischen mehr Prädiktoren leichter Unterhaltung als initial im Matchplan seiner Urheberin vermutlich vorgesehen war.

Das Werk ist ambitioniert, thematisch dreht sich die in zwei Akte zu je 8 Songs geteilte Platte um den brüchigen Weltfrieden, Machtmissbrauch im Show-Biz und in sonstigen Lebenslagen, wird zwischen persönlichen Statusmeldungen, lyrisch sanft ummantelt, die globale Schieflage besungen.

Marina Lambrini Diamandis, zwischenzeitlich der Musik abtrünnig und temporär den Studien der Psychologie zugewandt, wollte eigentlich das Album im intimen Kreis in kürzester Zeit am Stück aufnehmen.

Am Ende stand ein von mehreren Produzenten auf zwei Kontinenten zusammengesetztes Doppelalbum, das laut Protagonistin kein Sound-Grundgerüst kannte, jedoch nach Weite klingen und eine Hip-Hop-Affinität als Gegenpol zur eigenen Stimme beinhalten sollte. Eigenschaften, die sie und ihr Producer-Team allerdings im Hintergrund versteckten.

Es gefällt „To Be Human“ mit seiner semi-pathetischen Überhöhung, hebt sich „Superstar“ mit seinem 80er-angelehnten Fundament wohltuend von tendenziell eher beliebigen Tracks wie „Orange Tree“ oder „True“ ab.

Im Duett „Baby“ mit Latino-Star Luis Fonsi gibt’s noch einen kosmopolitischen Schwenk, der dem Gleichlauf der Platte jedoch keine entscheidende Wendung gibt.

Die Songs gehen schnell ins Ohr, ebenso zügig aber auch wieder hinaus. Alles will sich nicht nachhaltig verhaken, können die differenzierten Gesangsqualitäten von Marina auf Dauer nicht ersetzen, dass den neuen Stücken über die volle Distanz das dramaturgische Momentum, welches im „Fear“- Abschnitt zumindest aufblitzt, abhanden gekommen scheint, mit denen sich die bisherigen Veröffentlichungen von musikalischer Stangenware unterschieden.

„Marina, Marina, Marina“ – der Rocco Granata Klassiker klingt im Kontext zu „Love + Fear“ wie eine Ermahnung, dass Popmusik – wenn als Transportmedium für wichtige Anliegen bemüht – sich von der oberflächlichen Masse deutlicher unterscheiden sollte als es Marina in dieser Runde über weite Strecken gelingt.

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