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Bill Callahan – Shepherd In A Sheepskin Vest

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Ja, tatsächlich, so alt ist Bill Callahan inzwischen. Man hat es kaum gemerkt, was weniger an seinem – sich den normalen Prozessen des Älterwerdens widersetzenden – Äußeren liegt, als an seiner zeitlosen Musik.

Der heißgeliebte Anti-Held der Singer/Songwriter-Tradition der USA hatte sich rar gemacht in den letzten sechs Jahren, seit seinem von den Kritikern quasi unisono verehrten Oeuvre-Höhepunkt „Dream River“.

Nun ist er wieder da und in seiner unnachahmlich kauzigen Nonchalance holt er jeden ab, der möchte, in seine folkig-warme, baritone Song-Wunderwelt mit den eröffnenden Worten „It’s been such a long time/Why don’t you come on in“.

Verfremdet poltern die Töne zunächst umher, klingen gedeckelt oder unzureichend aufgenommen und suchen und finden schließlich den richtigen Kanal, ihren vollen Sound und damit ihre volle Kraft.

Das ist ein schöner Start für „Shepherd In A Sheepskin Vest“, seinem fünften Album als Bill Callahan; die genaue Bezifferung seines Outputs unter dem früheren Alter Ego Smog lässt sich kaum rubrizieren. Kassetten, Live-Pressungen, einfachste Home-Recordings auf gebrannten CDs vervielfältigt:

Kenner wissen um Bill Callahans DIY-Werdegang, der ihn geprägt hat und ihn soundtechnisch lange in eine Lo-Fi-Nische gedrängt hat, in der er anfänglich nur deshalb war, weil er sich professionelle Aufnahmen nicht leisten konnte, und den er aber im Grunde längst hinter sicher gelassen hat.

Das ist lange her, auch die vielen Liebschaften mit anderen, zum Teil schon verstorbenen Indie-Musikerinnen sowie der allzu enge Flirt mit diversen Süchten.

Dass Callahan Kinder, Frau, ein geregeltes Leben in Austin, Texas und einen allem Anschein nach gesunden Lebensstil verfolgt, war in den ersten Smog-Tagen nicht unbedingt abzusehen.

Langweilig könnten also gerade jüngere Semester inzwischen die Themenauswahl von Bill Callahans neuem Album finden, dazu ein noch so unspektakulärer leisetretender Sound, der keine hormonellen Ausbrüche reflektiert.

Tja, wie ein stoischer Fels in der Brandung hat Bill Callahan zwar schon immer geklungen. Aber erst jetzt in dieser seltsamen Zeit, in der Pop, Rap, Elektro, Rock und einfach alles Mögliche gleichzeitig, aber dabei auf jeden Fall immer großes spektakuläres Unterhaltungskino sein will, fällt Bill Callahans musikalische Singularität erst so richtig auf.

„Shepherd In A Sheepskin Vest“ überrascht nach der langen Abstinenz mit 20 Songs und 64-minütiger Spieldauer. Es hat sich viel angesammelt in den letzten Jahren.

Daher: „It’s been such a long time/Why don’t you come on in“. Den Rest eines mal wieder großartigen Bill Callahan-Albums kann jeder und jede nur für sich selbst entdecken.

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