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Es wäre eine Katastrophe – The Divine Comedy im Interview

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Drei Jahre nach dem chansonesken „Foreverland“ kommen The Divine Comedy dieser Tage mit einer Elektro-Pop-Adelung namens „Office Politics“ um die Ecke. Statt alter ESC-Erinnerungen hat man nun die Bilder von David Bowie, Adam & The Ants und hibbeligen Oldschool-Büroangestellten mit Telefonhörern so groß wie Brikettsteine an ihren Ohren vor Augen.

Verwirrend ist das erstmal nur, so lange man nicht auf den Play-Button drückt. Tut man das dann aber, wird schnell klar, dass „Office Politics“ durchaus einem klaren Klangkonzept folgt. Um noch mehr Licht ins Dunkel zu bringen, trafen wir uns mit Projekt-Chef Neil Hannon zum Interview und plauderten über die Magie der Achtziger, das Brexit-Chaos und Neils ganz persönliche Helden-Chronologie.

MusikBlog: Neil, auf dem Cover eures neuen Albums „Office Politics“ präsentierst du dich im 80s-Style, umgeben von modischen und technischen Relikten einer Zeit, die dir scheinbar sehr am Herzen liegt. Was ist so spannend an den Achtzigern?

Neil Hannon: Nun, ich weiß nicht, ob damals alles spannend war. Aber ich bin einfach ein Kind dieser Zeit. Damals kam ich gerade in die Pubertät, als der Synthie-Pop seine größten Erfolge feierte. Das hat mich geprägt, auch wenn ich zugeben muss, dass ich ein ziemlicher Spätzünder war.

MusikBlog: Inwiefern?

Neil Hannon: Naja, ich kann mich noch erinnern, dass ich einer der letzten war, der irgendwann begriffen hat, wie ein Computer richtig funktioniert. (lacht) Das ist schon ziemlich absurd, wenn man sich vor Augen führt, dass ein Großteil der Musik, die ich heute produziere, aus der Maschine kommt.

MusikBlog: „Office Politics“ klingt in meinen Ohren, als hätten sich David Bowie, Adam & The Ants und die Herren von Kraftwerk zu einer irrwitzigen Jam-Session verabredet. Gehst du da mit?

Neil Hannon: Das sind definitiv tolle Verweise, mit denen ich gut leben kann.

MusikBlog: Hat sich die Soundrichtung im Laufe des Produktionsprozesses einfach so ergeben?

Neil Hannon: Ich glaube, dass man vorher immer ein fragiles Konzept im Hinterkopf hat, auch wenn es am Ende nicht zwingend um ein Konzept geht.

MusikBlog: Inhaltlich dreht sich vieles auf dem Album um das Leben am Arbeitsplatz.

Neil Hannon: Ja, das stimmt. Mir geht es hier in erster Linie um den menschlichen Ansatz. Wir leben in einer Welt, in der die Technik mehr und mehr Überhand gewinnt. Ich denke, dass der Menschheit große Probleme ins Haus stehen, sollte der grenzenlose Wachstumsgedanke nicht irgendwann gestoppt werden.

MusikBlog: Apropos Probleme: Der Albumtitel passt auch wunderbar zum aktuellen Brexit-Chaos. Mir kam zu Ohren, dass du mittlerweile im Süden Irland wohnst. Demnach tangiert dich das Ganze wahrscheinlich nicht sonderlich, oder?

Neil Hannon: Naja, so einfach ist das dann doch nicht. Man muss wissen, dass ich zwar in Irland lebe, aber der Großteil der Band The Divine Comedy lebt und arbeitet in London. Du siehst, ich stecke da in einer ziemlich prekären Situation fest. (lacht)

MusikBlog: Verstehe. Demnach gehe ich davon aus, dass du ein Brexit-Scheitern bevorzugen würdest?

Neil Hannon: Auf jeden Fall! Sollte es wirklich zum Brexit kommen, wäre das für die Band und so ziemlich alles, was dranhängt, eine Katastrophe.

MusikBlog: Was macht dir Hoffnung?

Neil Hannon: Ich weiß nicht. Man mag es vielleicht nicht glauben. Aber ich bin eigentlich schon immer ein großer Westminster-Fan gewesen. Ehrlich gesagt, glaube ich ganz fest daran, dass es schlussendlich nicht dazu kommen wird. Ich meine, man muss sich nur vor Augen führen, was der Brexit für Auswirkungen hätte. Wie schon gesagt, es wäre eine Katastrophe. Diese ganze Diskussion ist komplett verschwendete Zeit. Man hätte sich in der Vergangenheit lieber um den Klimaschutz oder andere wichtige Dinge kümmern sollen.

MusikBlog: Zurück zur Musik…

Neil Hannon: Ja, gerne. (lacht)

MusikBlog: Der Großteil der Musik auf dem neuen Album soll schon während der Zeit entstanden sein, als „Foreverland“ rauskam. Stimmt das? Und wenn ja, warum Klingt „Office Politics“ so anders?

Neil Hannon: Zu deiner ersten Frage: Ja, das stimmt. Ich habe damals unheimlich viel Musik geschrieben und produziert. Irgendwie war zu der Zeit aber schon klar, dass sich die Songs thematisch in zwei Richtungen entwickeln. Da waren zum einen die Songs, bei denen es eher um Beziehungsthemen ging. Die landeten dann auf „Foreverland“. Und da waren dann noch all die anderen Songs, die irgendwie komplett abdrifteten. Das war alles ziemlich verrücktes Zeugs. Naja, das habe ich mir dann für das nächste Album aufgehoben.

MusikBlog: Du bist jetzt schon seit vielen Jahren im Business mit dabei. Lässt du dich noch musikalisch leiten?

Neil Hannon: Eher unbewusst, denke ich. Diesmal standen die Achtziger einfach im Fokus. Aber ich habe mir nicht explizit alte Platten angehört, um mich wieder zu erinnern. OMD, Human League, Blondie, Bowie und all die anderen tollen Künstler… Die Musik von damals steckt noch in mir drin. Ich war ja damals dabei. Auch, wenn ich noch ziemlich jung war. Das neue Album ist irgendwie auch eine Huldigung, quasi eine musikalische Verneigung vor meiner ersten Liebe. (lacht)

MusikBlog: Sollte es chronologisch weitergehen… wie würde denn eine Verneigung vor deiner zweiten Liebe klingen?

Neil Hannon: Oh, da würden sich dann Freunde von R.E.M., My Bloody Valentine und The Pixies freuen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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