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Eddie Vedder – Live in der Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf

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Gänsehaut ist bei den derzeitigen Temperaturen so selten wie ein kühles Lüftchen. Und trotzdem schafft Glen Hansard, als Auftakt beim gestrigen Eddie Vedder Konzert, bei Außentemperaturen von 34 Grad genau das – und zwar schon bei seinem ersten Song.

Was sanft am Klavier beginnt, endet bei „Bird Of Sorrow“ in einem heraus geschrienen Gefühlsausbruch, der alle belohnt, die auch bei strahlendem Sonnenschein früh ihren Weg in die Mitsubishi Electric Halle gefunden haben.

Pünktlich um Acht geht das Licht aus und Glen Hansard betritt die Bühne und stellt schnell klar, dass es unter der sanften Schale ganz schön brodelt:

„Der nächste Song heißt ‚Grace Beneath The Pines‘. Wenn ich an Würde denke, dann fällt mit zur Zeit als Erstes ein ganz bestimmter Name ein: Greta Thunberg. Sie hat keine Hintergedanken – sondern einfach nur Herz und Hoffnung.“, sagt der rauschebärtige Ire zum Publikum.

Die junge Schwedin ist auch heute Abend in aller Munde. Denn auch Eddie Vedder widmet ihr einen Song:

„Wisst ihr. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft zu meinen Kindern sagen kann: ‚2019 war das Jahr, in dem die Menschen endlich ihre Oberhäupter zur Verantwortung gezogen haben.‘ Ich habe Bilder von diesen Protesten in Frankreich gesehen, wo jungen Menschen einfach Pfefferspray mitten ins Gesicht gesprüht wird, obwohl diese Leute einfach nur darauf aufmerksam machen wollen, dass es so nicht weitergeht. Das ist missbräuchlich. Deswegen möchte ich den nächsten Song Greta widmen.“

Es folgt „I Won’t Back Down“ mit einem Bild von Tom Petty im Hintergrund, mit dieser roten Gitarre, die auch Eddie Vedder gerade in den Händen hält.

Aber was erwartet man auch anderes auf einer Eddie-Vedder-Show als pointierte Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen, die – ohne Namen zu nennen – auf die Idioten an der Spitze schimpfen, gleichzeitig für mehr Zusammenhalt und Hoffnung aufrufen – gepaart mit einer Riege großer Hits.

Der Pearl-Jam-Frontmann hat zu einer bunten Auswahl an Covern jede Menge Songs seiner Hauptband im Gepäck. Immer wieder springen die Leute zu Songs wie „Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town“, „Wishlist“, „Better Man“, „Porch“ oder „Black“ von ihren Sitzen, recken die Fäuste in die Luft, laufen von ihren Stühlen vor die Bühne und feiern, bis die Sicherheitsdienste mit Taschenlampen alle wieder zurück an ihre Plätze verfrachten.

Zu Beginn des Zugabenblocks nimmt das Publikum Eddie Vedder gar ganz das Singen ab, denn der Über-Hit „Alive“ wird allein von dem niederländischen Streichquartett „Red Limo“ instrumentiert – aber das Publikum ist fast so textsicher wie Vedder selbst.

Der 54-Jährige ist wie immer grundsympathisch und schafft es, auch in einer Mehrzweckhalle Wohnzimmeratmosphäre heraufzubeschwören. Er brabbelt vor sich hin, lässt seinen Gedanken freien Lauf, freut sich wie ein kleines Kind über eine Vogelpfeife, die Glen ihm geschenkt hat und verteilt freudestrahlend Plektren, Wein und Bier ans Publikum.

„Unsere Tour ist bald zu Ende. Ich werde einen Mann so unglaublich vermissen. Also – bislang haben wir noch nicht miteinander geschlafen. Wenn er noch nicht drüber nachgedacht hat – ich schon. Ich habe ihn angerufen und um einen Gefallen gebeten und er sagte: ‚Eddie, wenn du einen Mann umgebracht hast, dann hole ich meine Schaufel und helfe dir beim Graben‘“.

Dabei imitiert Vedder perfekt Hansards irischen Akzent und erntet dafür einige Lacher. Die ultimative Huldigung erfolgt dann mit dem Hansard-Cover „Song Of Good Hope“, zu dem Vedder das einzige Mal am Abend nicht an der Gitarre sitzt, sondern mit dem Mikro an die Barrikaden schreitet, Hände schüttelt und allen tief in die Augen schaut.

Spätestens nach dem John-Lennon-Klassiker „Imagine“ kann man nach diesem Abend wirklich glauben, dass es für diese Welt doch noch einen Funken Hoffnung gibt.

Zu „Hard Sun“ geht das Saallicht an. Es ist bereits kurz vor halb Zwölf, aber Vedder lässt sich nicht stören und kommt nach neun Songs Zugabe nochmal auf die Bühne und huldigt seinem alten Weggefährten der Grunge-Ära mit einem Cover von Chris Cornells „Seasons“.

Die latente Müdigkeit am heutigen Montagmorgen nahm man dafür gerne in Kauf.

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