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Die Höchste Eisenbahn – Ich Glaub Dir Alles

Deutschlands wohl charmanteste Supergroup ist im stabilen drei-Jahres-Rhythmus zurück: Die Höchste Eisenbahn legt ihr drittes Album „Ich glaub dir alles“ nach und hält wieder cleveres, lustiges und berührendes bereit. Lach- und Sachgeschichten mit Francesco Wilking und Moritz Krämer eben.

Im Gegensatz zu den selbstproduzierten Vorgängern „Schau in den Lauf, Hase“ und „Wer bringt mich jetzt zu den anderen?“ hat sich die Band aus Berlin diesmal den Produzenten Moses Schneider mit ins Boot geholt. Der musikalische Charakter bleibt aber weitestgehend der gleiche.

Viel eher ist es eine Veränderung der Stimmung, die „Ich Glaub Dir Alles“ von seinen Vorgängern abhebt – die (Liebes-)Balladen fehlen.

Das Viergespann bewegt sich immer noch irgendwo zwischen tiefsinnig und schwachsinnig, zwischen beschwingt und melancholisch. Nur eben, ohne dies musikalisch plakativ auszudrücken.

Die Vorabsingle „Kinder der Angst“ wird wie „So siehst du nicht aus“ von hektischen Gitarren vorangetrieben und spielt mit Synthesizer-Sounds. Die zwei Sänger Francesco Wilking und Moritz Krämer singen gefühlt häufiger im Duett als allein.

Ein Glück: So gut die beiden Sänger solo funktionieren, so funktionieren sie eben auch gemeinsam. Während Wilking den eher knödelnden Part übernimmt, wird Krämer seit jeher für seinen säuselnden und stets leicht nuschelnden Gesang verehrt.

In „Derjenige“ wird seine Stimme dann ungewohnt energisch und blüht zwischen E-Orgel und schmusigem Bass auf.

Dort, wo das dritte Album der Band doch einmal zur Ruhe kommt, wird diese schnell von Vielschichtigkeit und lauten, elektronischen Elementen aufgewirbelt („Überall“).

Einen wirklich tanzbaren Rhythmus kriegt dann aber wieder nur das „37,5°“, in dem die Phrasen noch am ehesten zusammen gebastelt scheinen, hin.

Die Höchste Eisenbahn macht noch immer Songs, bei denen genaues Hinhören von Vorteil ist. Lyrische Feinheiten, Metaphern und andere bunt gemixte Stilmittel sorgen noch bei mehreren Durchgängen für neue Entdeckungen.

Die Hektik, die ungleiche Lautstärke und das Tempo, dass in keine eindeutige Richtung ausschlägt, dämpfen aber genau dieses beliebte Temperament der Band zum ersten Mal ein.

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