Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Tora (Credit Grant Tyrell)

Tora – Can’t Buy The Mood

Über eine Million Spotify-Zuhörer im Monat und Heavy Rotation im heimischen Radio: Die Rede ist weder von einer großen Popdiva, einer Metalband oder einem EDM-Künstler, sondern von der Band Tora aus Byron Bay, Australien.

Umso erstaunlicher erscheint diese Resonanz, wenn man sich mit der Musik der vier Multiinstrumentalisten, die regelmäßig weitere Musiker in Studio einladen, befasst. Die Band ist bekannt für ihren experimentellen Elektrosound, der eine weite Bandbreite musikalischer Einflüsse zulässt.

Nach ihrem Debütalbum „Take A Rest“, das 2017 erschien, folgt mit „Can’t Buy The Mood“ nun ein weiterer Ausflug in Spielereien, Genre-Mixe und Verzerrungen.

Diese machen sich aber erst beim zweiten Durchgang bemerkbar. Die Lyrics sind repetitiv („Morphine“, „Mother Forgot“) und so erscheint auch die Soundwelt insgesamt monoton – genaues Hinhören ist gefragt.

R’n’B trifft auf Electro und soulige Momente, letztere werden vor allem durch den emotionalen Gesang von Sänger Jo Loewenthal wie im Opener „Deviate“ bestärkt.

Die Songs von „Can’t Buy The Mood“ sind vielschichtig, zugänglich macht sie das aber noch lange nicht. Nur selten zieht sich durch die blurry Loungemusik-Attitüde ein koketter Flow, ähnlich wie bei Honne („Bring Me Down“).

Dieser wird aber durch virtuos-geniale Verspieltheit („Tiger“) schnell wieder eingestampft. In „Paramount“ rücken plötzlich gezupfte Bass-Saiten in den Vordergrund und werden von stimmigen Rasselsounds abgelöst.

Hier findet zum ersten Mal eine deutliche musikalische Wende auf „Can’t Buy The Mood“ statt. Es soll aber auch der einzige Song bleiben, der sich hervorhebt, obwohl in „Control“ auch Frauengesang hinzukommt.

Tora fehlt auf ihrem zweiten Album der Biss, der Charakter. Die Band macht Musik zum Dahintreiben, vielleicht auch zum Entdecken, aber nicht unbedingt zur Unterhaltung.

Auch wenn das gar nicht ihr Anspruch sein mag, sind die Songs nicht greifbar genug und am Ende trotz ihrer Vielschichtigkeit nicht packend. Wenigstens ihre millionenfachen Streaming-Fans scheint das nicht zu stören.

Schreibe einen Kommentar