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Bat For Lashes – Lost Girls

RubrikAlben
Künstler*inBat For Lashes
LabelAWAL
GenresSynth-Pop

Natasha Khan, den meisten eher bekannt unter ihrem Künstlernamen Bat For Lashes, ist auch für ihre Filmaffinität bekannt. Immerhin studierte die gebürtige Londonerin in Brighton neben der Musik- auch die Filmwissenschaft.

Deswegen überrascht es wenig, dass Bat For Lashes sich nach ihrem Umzug nach Los Angeles eigentlich in der Filmindustrie verwurzeln wurde. So wurde „Kids In The Dark“ ursprünglich für eine TV-Serie geschrieben, bevor der Song schließlich doch als Opener auf „Lost Girls“ landete.

Die Assoziation zu dem Horror-Klassiker „The Lost Boys“ ist kaum zu übersehen, womit wir direkt beim Thema wären: Achtziger und Vampire. Klingt seltsam, geht auf dem sechsten Studioalbum von Bat For Lashes aber Hand in Hand.

Bestes Beispiel ist die Vorab-Single „Kids In The Dark“, in dessen zugehörigen Video sich eine Vampirin in einen Normalsterblichen verliebt, was ihre blutsaugenden Freundinnen überhaupt nicht witzig finden.

Musikalisch gibt es dazu die volle Achtziger-Dröhnung. Schwebende Synthies treffen auf Drummachine und eine zuckersüße Melodie, die in Zeitlupe vor sich hin fließt und einen dünnen Schleier aus nostalgischem Kitsch über alles legt.

Im gleichen Retro-Vibe geht es mit „The Hunger“ weiter. Wo vorher das süße und unschuldige im Vordergrund standen, wird es beim zweiten Track des Albums deutlich dramatischer.

In genau fünf Minuten entfaltet Bat For Lashes ein episches Kunstwerk aus Orgelklängen und pulsierender Percussion, das sich erst mit der letzten Coda in Wohlgefallen auflöst.

Leider kann der Rest von „Lost Girls“ mit diesen starken Songs nicht ganz mithalten. In „Feel For You“ rezitiert Bat For Lashes mantraartig die Zeilen „I love ya / I feel for you”. Klar passt das theoretisch zum Bild des Verliebtseins, wo man an nichts anderes denken kann als an den oder die Auserwählte und deswegen ausschließlich solche Sätze vor sich hin brabbelt.

Praktisch geht dieser Streich jedoch nicht auf, sondern verpufft zu einer nichtssagenden Möchtegern-Tanz-Nummer. „So Good“ ist eine Spur zu plakativ, während „Peach Sky“ klingt wie eine Dosis Valium.

Aber vielleicht hat Bat For Lashes sich das Beste einfach bis zum Schluss aufgespart, denn mit „Mountain“ klingt „Lost Girls“ in einem schwelgerischen Finale aus. So wird am Ende alles gut und für den Rest gibt es den Skip-Button.

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