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Deichkind – Wer Sagt Denn Das?

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Obwohl das platin-ausgezeichnete Album „Niveau, Weshalb, Warum“ bereits über vier Jahre auf dem Buckel hat, sind Deichkind nie aus dem Fokus geraten.

Wunschkind jedes relevanten Open-Airs, kultig verehrt, Slogans wie „Leider Geil“ sind fest in der Umgangssprache verankert, da geraten Songs schon mal in die falschen Hände: „Denken Sie Groß“ ist Stadion-Beschallung bei RB Leipzig.

„Wer Sagt Denn Das?“, Album Nummer sieben und das erste nach dem Ausstieg von Ferris MC, arbeitet weiter an der Legendenbildung.

Die „Crew vom Deich“ ist trotz „Party ist jetzt over“ oder „Lass die alte Grütze los“ – Ansagen up to date wie dereinst, als sich mit „Aufstand Im Schlaraffenland“ ihr intelligent-kokettes Geprolle als unverzichtbarer Soundtrack aller Festival-Campingplätze manifestierte und sich seither diverse Textbausteine, etwa „Arbeit Nervt“, flächendeckend im Sozialverhalten der angesprochenen Zielgruppen beobachten lässt.

Weil sich auf jeder Sause subtile Botschaften aller Art unter die Leute streuen lassen, schieben Deichkind eingangs der Platte dem, alle Gesetzmäßigkeiten von Natur- und Gesellschaftswissenschaften anzweifelnden Titelstück, das DAF-affine „1000 Jahre Bier“ hinterher, in der ein tausendjähriges Getränk zum Dokument des Zeitgeists wird.

Die „Dinge“ nehmen in der Folge zwischen Kirmestechno und Synthiesoundgefrickel ihren Lauf, hämmern die Nummern voluminös und zupackend wie die „Sonate In F-Doll“ aus den Boxen, dazu die gewohnten rhetorischen Kapriolen „Quasi“ zwischen scheinbar willkürlichen Zusammenhängen, emotionaler Ziellosigkeit und unweit fernöstlicher Weisheit gelagerter Schlussfolgerungen.

„Bude Voll People“ (viele Grüße an Marilyn Manson) oder „Party 2“ nisten sich ansatzlos im Gehörgang ein, ist das Gewummer exakt, wie es „Knallbonbon“ richtig erkennt, das was die Crowd erwartet und dessen Wirkung gerade erst beim Überraschungs-Gig am Rande des letztwöchigen Reeperbahnfestival im Feldversuch bewiesen wurde.

Missgünstige könnten behaupten, die Feierbiester verzeichnen einen gewissen Druckabfall, wenn sich im „Cliffhänger“- Modus von Track zu Track gehangelt wird. Sollten tatsächlich Abnutzungserscheinungen erkannt werden, trüben diese das Gesamtbild jedoch nur unwesentlich.

Dass die Platte wieder „Richtig Gutes Zeug“ wird, ist nicht überraschend. „Ich Bin Ein Geist“ behaupten DK darauf. Ist das so, dann der gute im Musik-Zirkus.

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