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Ich hatte kein musikalisches Konzept – lilly among clouds im Interview

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Zwei Jahre nach ihrem abwechslungsreichen Singer/Songwriter-meets-Pop-Debüt „Aerial Perspective“ legt Elisabeth Brüchner alias Lilly Among Clouds endlich nach. „Green Flash„, so der Titel des zweiten Albums der gebürtigen Würzburgerin, beeindruckt abermals mit einer facettenreichen Grundstruktur und zwischen der Tiefe der alten Liedgut-Schule und der Frische des Neuzeit-Pop pendelnden Stimmungen und Atmosphären. Wir trafen Lilly zum Vieraugengespräch und plauderten über Geschwindigkeitsschübe, Tabu-Zonen und den ESC.

MusikBlog: Lilly, in Kürze erscheint dein zweites Studioalbum „Green Flash“. Begleiten dich gerade dieselben Gefühle und Emotionen wie vor zwei Jahren? Oder hat sich etwas verändert?

Lilly: In puncto Vorfreude und Spannung fühle ich mich schon an die Zeit erinnert, als mein erstes Album rauskam. Da gibt es eigentlich keine großen Unterschiede. Was diesmal aber anders ist, ist der persönliche Bezug zum Album.

MusikBlog: Was meinst du genau?

Lilly: Mein erstes Album war eine schwere Geburt. Damals hatte ich noch von vielen Dingen keine Ahnung. Ich hatte meine Songs und einfach das Bedürfnis, ein Album aufzunehmen. Ich dachte, man macht das einfach so. Ich kann mich noch erinnern, als mir mein Management mal sagte, ich wäre künstlerisch nicht richtig sozialisiert. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wer ich bin und wo ich als Künstlerin hin wollte. Das war damals auch völlig ok so. Aber ich habe mich in den letzten zwei Jahren weiter entwickelt. Und diesmal steckt einfach viel mehr drin, nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich.

MusikBlog: Musikalisch gibt es in der Tat unheimlich viel zu entdecken. Soul, R’n’B, NDW, Pop: Nahezu jeder Song präsentiert sich im neuen Sound-Gewand. Ist das noch Teil eines Findungsprozesses? Oder ist das jetzt genau der Weg, den du gehen möchtest?

Lilly: Ich will mich nicht einschränken. Das ist mir wichtig. Ich will die Musik spüren und immer tiefer eintauchen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Ich bin da echt total neugierig und offen.

MusikBlog: Das neue Album hat auch mehr Tempo am Start. Die klassische Piano-Ballade rückt eher in den Hintergrund. War das auch so gewollt?

Lilly: Das war sogar mit das Erste, was für mich klar war. Ich hatte im letzten Jahr so viele tolle Festival-Momente. Da habe ich gemerkt, dass die etwas schnelleren Songs richtig gut ankommen. Dieses Gefühl wollte ich unbedingt mit ins Studio nehmen.

MusikBlog: Demnach hattest du ein musikalisches Konzept im Hinterkopf?

Lilly: Nein, nicht wirklich. Letztlich sind wir jeden Song einzeln angegangen. Es ging weniger um ein Gesamtkonzept. Mir war wichtig, dass jeder Song ein Eigenleben entwickelt. Und viele Songs entfernten sich relativ schnell von der Balladen-Schiene. Das hat sich dann einfach so entwickelt.

MusikBlog: Deine Offenheit für neue Sounds ist bemerkenswert. Gibt es da aber auch irgendwo Grenzen?

Lilly: Eigentlich nicht. Ich höre mir wirklich alles an, lasse es auf mich wirken und schließe von vornherein erstmal nichts aus. Das steckt irgendwie so in mir drin. Ich will Musik entdecken. Das Einzige, wo ich wirklich vor zurückschrecke, ist die Bearbeitung meiner Stimme. Ich weiß, dass man mit diesem ganzen Vocoder- und Autotune-Zeugs gerade ziemlich viel Kohle machen kann. Aber das käme bei mir nicht in Frage. Ich habe eine Charakterstimme. Und ich liebe es, wenn sich eine Stimme auch mal irgendwo in Bereichen bewegt, die nicht zur Norm passen. Da stehe ich total drauf.

MusikBlog: Hast du da bestimmte Vorbilder?

Lilly: Ich höre eigentlich sehr wenig Musik. Ich bin jemand, der sich Musik irgendwie sehr gut vorstellen kann. Das klingt bestimmt ein bisschen komisch. Aber ich habe immer ganz viele Melodien im Kopf, bei denen ich gar nicht weiß, wo sie herkommen. Ich weiß nicht, das letzte Album, das mich wirklich bewegt hat, war „AM“ von den Arctic Monkeys.

Wie gesagt, ich bin da nicht so hinterher. Was ich eher spannend finde, sind Geschichten hinter der Fassade. Ich bin beispielsweise kein Katy-Perry-Fan. Aber als ich gehört habe, dass sie vor ihrem großen Durchbruch fünfmal gedropped wurde, da habe ich schon große Augen gemacht. So etwas bewundere ich dann auch, dieses Durchhaltevermögen und den Glauben an sich selbst.

MusikBlog: Die Art und Weise wie du dich präsentierst, und auch der Sound deiner Musik passen meiner Meinung nach so gar nicht in das Bild eines gängigen ESC-Kandidaten. Und doch standest du zu Beginn des Jahres auf eben jener ESC-Bühne (Lilly nahm im Februar 2019 am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2019, Unser Lied für Israel, mit dem Lied „Surprise“ teil und wurde Dritte). Wie kam es dazu?

Lilly: Ich weiß nicht, ich fand Musikwettbewerbe schon immer ziemlich spannend. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das internationale ESC-Format auch immer extrem offen ist für neue Sounds und Künstler, mit denen man halt nicht jeden Tag in den Charts konfrontiert wird. Auf nationaler Ebene hingegen denkt man schon etwas kalkulierter. Da orientiert man sich schon eher an Mustern, die schon mal da waren und viel Erfolg hatten. Da bleibt die künstlerische Freiheit etwas auf der Strecke. Dieser Eindruck wurde mir zumindest vermittelt.

MusikBlog: Demnach wirst du es im kommenden Jahr nicht nochmal probieren, oder?

Lilly: Ich glaube, eher nicht. (lacht) In meinem Team läuft zwar hinten rum die eine oder andere Wette, ob ich nicht vielleicht doch nochmal antreten werde. Aber ich kann es mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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