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Kefaya + Elaha Soroor – Songs Of Our Mothers

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Musik aus anderen Kulturen zu rezensieren, zu der man kaum bis keine Referenzen, Normvorstellungen oder Erwartungen formulieren könnte, ist immer spannend. Kefaya + Elaha Soroor stellen uns mit „Songs For Our Mothers“ vor genau so eine rätselhafte Aufgabe.

Es geht um afghanischen Folk, soweit so gut. Eleha Soroor steuert als afghanische Sängerin den atmosphärischen und wellenförmigen Gesang bei, während das Duo Kefaya kinematographischen Sound integriert.

Wer Folk hört, mag davon erst einmal abgeschreckt werden. Zu oft hat sich die Assoziation des zweitschlimmsten F-Wortes mit belanglosem Geklimper schon bestätigt.

Das Geklimper, das wir auf „Songs For Our Mothers“ zu hören bekommen, hat mit Belanglosigkeit aber ungefährt so viel zu tun wie Bon Iver und die Fleet Foxes mit Mumford & Sons.

Zwischen Ekstase und Meditation pendelnd, schaffen Kefaya + Elaha Soroor eine derart intensive und nahtlose Reise durch extrem unbekanntes, dass man sich beinahe nach einer visuellen Ergänzung zu dem Album sehnt.

Denn selbst ohne begleitende Videoebene wirkt die assoziative Kraft des Albums so stark, dass Vibrationen und Repetitionen bis in die nächsten Tracks nachklingen.

Soroor, die als Flüchtende aus Afghanistan nach London kam, fasst auf diesem Album vieles zusammen. Als eklektische Zelebrierung dessen, was sie mit ihrem Heimatland assoziiert, mit dem pulsierenden Unterton der Flucht vor Zuständen, die unfassbar zermürbend gewesen sein müssen, ist „Songs Of Our Mothers“ eine Gegenwartsstudie.

Die Erkenntnis, dass Herkunft nicht geographisch sein muss, sondern immer in einem entsteht. Geschichten unserer Mütter sind immer auch Geschichten davon, wie wir geworden sind, was und wer wir geworden sind.

Seien das nun Geschichten der Flucht, Geschichten des Gefühls von Heimat oder Geschichten von kleinen und großen Meilensteinen der eigenen Vergangenheit, an die man sich kaum erinnert.

Da haben wir also doch noch einen Weg gefunden, afghanischen Folk zu rezensieren. Schließlich ist’s auch nur Musik von Menschen mit Erfahrungen, und das sind selbst Mumford & Sons – glauben wir jedenfalls.

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