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LIFE – A Picture Of Good Health

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Wenn man demnächst mal wieder jemanden hören sollte, der den offensichtlichen Mangel an politischen Songwritern im gegenwärtigen Klima beklagt, dem sollte man sofort das neue Album von LIFE vor die Nase legen.

„A Picture of Good Health“, der mittlerweile zweite Longplayer der vier Musiker aus dem britischen Hull, strotzt nur so von politischer Aktualität und Schnelllebigkeit – aber immer kritisch, ironisch, messerscharf.

Drehte sich die Musik beim Debutalbum “Popular Music” aus dem Jahr 2016 noch um US-Politik, Waffenkontrollen oder die Sparmaßnahmen der britischen Regierung, kümmern sich die vier Musiker um den von ihnen selbst so verhassten Brexit, aber vermehrt auch über ihre eigenen Gefühlen, über Finanzen, geistige Gesundheit und innere Unruhe.

Schon beim Opener “Good Health” wird deutlich, dass der Ärger, die Aggression und manchmal auch die Desorientierung, die mit einem Beziehungsende einhergeht, auch auf den weiteren 12 Songs einen bestimmten Bestandteil spielen wird.

Voller Groll klagt Sänger Mez Green-Sanders: „And it feels like your life must mean something / But it points to nothing“.

“Popular Music” war blutjunger, sozial engagierter Post-Punk, so wie ihn danach Shame und Idles besser und bekannt gemacht haben. „A Picture of Good Health“ ist aber nicht nur eine Post-Punk-Platte.

In den zwei Jahren, die zwischen den Alben vergangen sind, haben LIFE das Rezept, das mit ihrem Debutalbum die Augenbrauen hoch- und Ohren aufgehen ließ, so überarbeitet, dass auch Elemente aus anderen Genres enthalten sind.

“Moral Fibre” und “Bum Hour” sind die besten Beispiele für diese Unterschiede. Der erstere Song ist brachial, rotzig, wortkarg und treibt einen schon beim Hören den Puls weit über die 180.

“Bum Hour” ist dagegen dezenter, “ruhiger” und fällt damit sichtlich aus der Reihe. Bemerkenswert zeigen LIFE hier ihre Fähigkeit, die Texte mit präzisen Dynamik-Wechseln zu verstärken. So steht Mez Green-Sanders gefährliches Flüstern „I just want to lie and sleep in, man” mit dem krachenden Refrain „And all my mates are out of town this is the bum hour calling” in starkem Kontrast.

Währenddessen gibt es auf „A Picture of Good Health“ Hinweise auf eine einzigartige thematische Perspektive – in „Half Pint Fatherhood“ beschreibt Green-Sanders die Erfahrungen als alleinerziehender Vater und den Gratwanderung zwischen Leben, Finanzen und Beziehungen.

“I could really be a father / Supping on the beer / Lips dry / Eyes fried / Shaking at the fear.” – das unerschütterliche Gefühl der Angst des Versagens ist allgegenwärtig in den Texten von LIFE, spiegelt aber auf die politische Spirale des Landes wieder.

Die aus der Selbstbetrachtung erzeugte Gesellschaftskritik bleibt weiter die erfolgreiche LIFE-Brand-Formel, die sie sich in den letzten Jahren aufgebaut haben.

Ob über Konsumverhalten in “It’s A Con” spöttelnd, wo sich LIFE nicht schade dafür sind, aus Werbeslogans Strophen zu basteln („New blend / Low salt / Exotic“) oder giftig wie in “Pissants” (“I love / The backroom labels / I love / Your cocaine tables“) – zuverlässig treiben die Musik und die Texte den Hörer von Lied zu Lied.

„A Picture of Good Health“ schafft mit seinen präzisen, aber nie zu starr wirkenden Songs eine Balance zwischen Offenbarung und kritischer Beobachtung und macht ihrem Bandnamen so alle Ehre.

LIFE sind innerhalb von zwei Jahren musikalisch wie inhaltlich gereift, ohne dabei den Bezug zu ihren Anfängen zu verlieren.

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